gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Ambulante Pflegearrangements von Schwerpflegebedürftigen: Präferenzen, Erwartungen, Entscheidungshintergründe

Der Wunsch eines Pflegebedürftigen zu Hause zu leben, kann bei steigender Pflegebedürftigkeit seltener realisiert werden. Bedarfsgerechte Unterstützungsangebote stärken die ambulante Versorgung längerfristig. Die Studie analysiert die Wünsche der Pflegebedürftigen und untersucht, welche Faktoren zum Erhalt häuslicher Pflegearrangements beitragen.

Beinahe jeder Mensch wünscht sich auch im hohen Alter und mit Pflegebedarf weiterhin zu Hause zu leben. Für zwei Drittel der rund 2,3 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland ist dies realisierbar: Sie werden zu Hause von Familienangehörigen und zumeist mit der Unterstützung ambulanter Pflegedienste betreut. Mit steigender Pflegestufe und größerem Betreuungsaufwand steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine stationäre Versorgung notwendig wird, jedoch erheblich.

Die Studie "Ambulante Pflegearrangements von Schwerpflegebedürftigen: Präferenzen, Erwartungen, Entscheidungshintergründe" analysiert die wichtigsten Einflussfaktoren auf Tragweite und Stabilität ambulanter Pflegearrangements. Im Rahmen einer Gesundheitsmonitor-Sonderbefragung wurden 1152 Schwerpflegebedürftige, die trotz Höherstufung von Pflegestufe 1 zu Pflegestufe 2 nicht in einem Pflegeheim lebten, nach ihren Wünschen und Vorstellungen zur künftigen Versorgung befragt. Kennen und nutzen Betroffene und Angehörige die verschiedenen Angebote zur Unterstützung von Schwerpflegebedürftigen und ihren Familien?

Die Ergebnisse der Studie belegen, dass in ambulanten Pflegearrangements nach wie vor die (Ehe-)Partner - bei pflegebedürftigen Frauen besonders die Kinder - die bedeutendste Rolle spielen. Ein Großteil der Betroffenen kennt und nutzt jedoch die verschiedenen Angebote zur Unterstützung von Schwerpflegebedürftigen und ihren Familien. Jene Befragten, die ausschließlich vom ambulanten Pflegedienst ohne familiäre Unterstützung versorgt werden, nutzen vielfach mehr als zwei Unterstützungsangebote. Gleiches gilt für hochaltrige Pflegebedürftige, die sich aus Eigeninitiative informieren. Während ambulante Pflegedienste häufig in Anspruch genommen werden, ist das Potential von Kurzzeit- und Tagespflege sowie Schulungs- und Anleitungsangeboten noch nicht voll ausgeschöpft. Auch das betreute Wohnen bietet laut Befragungsergebnis zukünftig größeres Potenzial. Entgegen der verbreiteten Annahme, dass viele Ältere nur widerwillig in einem Pflegeheim wohnen, entspricht auch ein zukünftiges Leben im Pflegeheim häufiger der eigenen Wunschvorstellung als der vermuteten Versorgung. Die Experten kommen zu dem Ergebnis, dass aktuelle Unterstützungsangebote häuslicher und stationärer Pflegearrangements stärker dem Bedarf der Pflegebedürftigen gerecht werden und finanziell machbar sein müssen. Nur so können die Wünsche und Vorstellungen der zukünftigen Pflegesituation eines Pflegebedürftigen erfüllt und eine bedarfsgerechte häusliche oder stationäre Pflege gewährleistet werden.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb.2 - Beteiligte an häuslichen Pflegearrangements

    An der Pflege in ambulanten Arrangements Beteiligte

    Mehrfachangaben möglich
    Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb.3 - Wer versorgt wen im Pflegefall?

    Pflegende Personen nach Geschlecht der Schwerpflegebedürftigen

    Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb.4 - Unterstützungsangebote im Nutzungsvergleich

    Kenntnis, Nutzung und Potential von Unterstützungsangeboten nach Angebotsarten

    Angaben in Prozent der Befragten

Downloads zur Studie