gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Gesundheitsängste und das subjektive Erleben der Arzt-Patient-Interaktion durch Patienten

Viele Deutsche haben Angst, im Krankheitsfall schlecht behandelt zu werden. Ihr Vertrauen zum Hausarzt könnte Abhilfe schaffen.

Die Angst, krank zu werden

53 Prozent der Befragten fürchten sich vor einer schlechten medizinischen Qualität und vor Leistungsbegrenzungen im Alter. Vor allem die unter 40jährigen Befragten, Frauen und Angehörige unterer Sozial- und Bildungsschichten haben solche ‚Gesundheitsängste‘. Das zeigt eine aktuelle Studie des Gesundheitsmonitors, die die Ängste der deutschen Patienten vor Krankheiten und in Bezug auf das deutsche Gesundheitssystem allgemein hinterfragt worden. Denn Gesundheitsängste sind ein ernstes Thema: Wird der Arzt gemieden, kann eine ernste Krankheit womöglich nicht oder zu spät erkannt werden – der Patient könnte sterben, die Behandlungskosten würden steigen. Auf der anderen Seite verursachen zu viele Arztbesuche ebenfalls unnötige Mehrkosten und überfüllte Wartezimmer.

Aus Angst vor schlimmen Erkrankungen gehen Deutsche zu oft zum Arzt
Das Vertrauen der Deutschen in den eigenen Hausarzt ist hoch: Nur 10 Prozent haben Vorbehalte oder sind unsicher in Bezug auf ihren Arzt. Lediglich 11 Prozent nehmen ihren Hausarzt als „strenge Autorität“, dafür aber 70 Prozent als „guten Freund“ wahr. Trotzdem geben 22 Prozent der Befragten an, dass sie erst dann zum Arzt gehen, wenn es gar nicht mehr anders geht. Die Befragten, die sich insgesamt als eher ängstlich einschätzen (18 Prozent), verschieben häufiger einen Arzttermin als die, die weniger ängstlich sind (10 Prozent). Dagegen führt die Angst vor einer unheilbaren Krankheit bei 50 Prozent der Frauen und bei fast jedem dritten Mann dazu, häufiger als nötig zum Arzt zu gehen.

Studienautoren wollen Hausärzte stärker einbinden
Laut den Autoren der Untersuchung könnte man das allgemein gute Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Hausarzt in Deutschland nutzen, um Gesundheitsängste zu mindern oder ihnen vorzubeugen: Ärzte müssten dafür sensibilisiert werden, dass manche Bevölkerungsgruppen ängstlicher sind als andere. Bei diesen Patienten könnten Ärzte versuchen, bestimmte Ängste direkt anzusprechen. Dazu betonen die Verfasser der Studie, dass künftig diejenigen Patienten genauer identifiziert werden sollten, die wegen ihrer Gesundheitsängste Arztbesuche vermeiden.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abbildung 5

    "Mein Hausarzt ist ..."

    Angaben in Prozent der Befragten, nur Antwortkategorien »trifft voll und ganz zu; trifft eher zu«
  • Abbildung 7

    Einstellungen zum Arztbesuch im Falle vorliegender Symptome

    n = 1.577; Angaben in Prozent der Befragten; Signifikanzniveau: ** p ≤ 0,01
  • Abbildung 8

    Auswirkungen von Angst auf die Bereitschaft zur Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen

    n = 1.573; Angaben in Prozent der Befragten; Signifikanzniveau: *** p ≤ 0,001