gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Einstellungen der deutschen Bevölkerung zu gesetzlichen Maßnahmen des Nichtraucherschutzes, zum Konsum von E-Zigaretten und zu Aufklärungsaktivitäten

Zum Schutz vor Passivrauchbelastungen und zur Reduktion des aktiven Tabakkonsums wurden in den letzten Jahren neben den Nichtraucherschutzgesetzen einige weitere gesundheitspolitische Maßnahmen unternommen. Doch zeigen diese Bemühungen auch die erhofften positiven Wirkungen? Welche Maßnahmen haben den stärksten Einfluss auf das Rauchverhalten? Wie hat sich die Einstellung der Bevölkerung zu den Nichtraucherschutzgesetzen seit deren Einführung verändert?

Noch heute sind rund 13 Prozent aller Todesfälle in Deutschland auf die Folgen des Rauchens zurückzuführen. Gesundheitspolitische Maßnahmen wie Nichtraucherschutzgesetze, Warnhinweise auf Zigarettenpackungen, Werbeverbote, Preissteigerungen und Gesundheitskampagnen konnten den Raucheranteil bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen deutlich reduzieren - eine erfreuliche Entwicklung. Ob neue Produkte, wie elektrisch betriebene Zigaretten, der Entwicklung möglicherweise entgegenwirken, wird derzeit kontrovers diskutiert.

In der Studie "Einstellungen der deutschen Bevölkerung zu gesetzlichen Maßnahmen des Nichtraucherschutzes, zum Konsum von E-Zigaretten und zu Aufklärungsaktivitäten" wird aufgezeigt, wie sich die Einstellung der Bevölkerung zu den genannten Maßnahmen verändert hat und welche dieser Maßnahmen Menschen dazu motivieren, mit dem Rauchen aufzuhören. Ferner werden aktuelle Entwicklungen des E-Zigaretten-Konsums beschrieben und untersucht, inwieweit die eingeführten Nichtraucherschutzgesetze die Passivrauchbelastung verringern konnten.

Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass ein Großteil der Bevölkerung gegenüber den Gesetzesentwicklungen zum Nichtraucherschutz sehr positiv eingestellt ist. Hervorzuheben ist vor allem die steigende Unterstützung von Rauchern - auch für Bereiche, die bisher noch nicht gesetzlich geregelt sind. So befürworten rund 80 Prozent der Tabakkonsumenten ein Rauchverbot im Auto in Anwesenheit von Kindern. Vergleicht man dieses Ergebnis mit den Daten aus dem Jahr 2007 zeigt sich, dass sich diese Anzahl innerhalb der letzten sieben Jahre verdoppelt hat. Rauchverbote in der Gastronomie finden, sowohl bei Nie- und Ex-Rauchern als auch bei Rauchern, zunehmend Unterstützung. Knapp 90 Prozent der Bevölkerung stimmt mittlerweile dem eigeführten Rauchverbot in Restaurants zu - im Jahr 2007 waren es noch 77 Prozent.

Der Großteil der Raucher und ehemaligen Raucher (37 %) hält die Höhe des Zigarettenpreises für besonders motivierend mit dem Rauchen aufzuhören. Als weitere motivierende Maßnahmen wurden Gesundheitskampagnen (25 %) und Warnhinweise auf Zigarettenpackungen (16 %) genannt. Als Gründe für einen dauerhaften Rauchstopp wurden von ehemaligen Rauchern vor allem die eingeführten Rauchverbote in Deutschland genannt - infolge dessen haben rund 63 Prozent mit dem Rauchen aufgehört, 41 Prozent der Raucher rauchen seither weniger.

Elektrisch betriebene Zigaretten sind der Studie zufolge inzwischen den meisten Menschen bekannt (87 %). Vor allem Raucher verwenden E-Zigaretten. So haben acht Prozent der Raucher sie mindestens schon einmal ausprobiert. Der Wunsch weniger zu rauchen oder eine weniger schädliche Alternative zu haben, wurde von den meisten Nutzern (76 % und 74 %) als Motivation für das erste Ausprobieren genannt. Insgesamt 60 Prozent der Nutzer hoffen mithilfe von E-Zigaretten auf einen dauerhaften Rauchstopp. Weitere Gründe zur Nutzung liegen darin, Rauchverbote umgehen zu können oder in der Annahme, somit Rücksicht auf Mitmenschen zu nehmen.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abbildung 1: Belastung durch Passivrauchen bei der Arbeit (bezogen auf Erwerbstätige), zu Hause und in der Freizeit

    Belastung durch Passivrauchen bei der Arbeit (bezogen auf Erwerbstätige), zu Hause und in der Freizeit

    Angaben in Prozent der Befragten
    n = 1.318 bis 1.659
  • Abbildung 2b: Zustimmung zu Rauchverboten an bestimmten Orten, nach Raucherstatus und Umfragejahr im öffentlichen Raum

    Zustimmung zu Rauchverboten an bestimmten Orten, nach Raucherstatus und Umfragejahr im öffentlichen Raum

    Angaben in Prozent, Mehrfachangaben möglich
    n = 1.449 bis 1.695; Anmerkung: # Im Jahr 2007 wurde lediglich „im Pkw“, im Jahr 2014 „im Pkw in Anwesenheit von Kindern und Anwesenheit von Kindern und Jugendlichen“ gefragt
  • Tabelle 3: Änderung des Rauchverhaltens aufgrund öffentlicher Rauchverbote (etwa am Arbeitsplatz, in der Gastronomie, in öffentlichen Verkehrsmitteln), nach Raucherstatus und Alter

    image Tabelle 3: Änderung des Rauchverhaltens aufgrund öffentlicher Rauchverbote (etwa am Arbeitsplatz, in der Gastronomie, in öffentlichen Verkehrsmitteln), nach Raucherstatus und Alter