gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Rolle und Akzeptanz der Prävention von schädlichen Lifestyle-Einflüssen in der Bevölkerung

Mehr Gesundheit durch Aufklärung und individuelle Einsicht oder ein gesünderer Lebensstil durch Grenzen und Anreize von außen – was wollen die Bürger? Die Studie untersucht, wie die Bevölkerung die Wirksamkeit von verschiedenen Maßnahmen der Tabak-, Alkohol- und Adipositasprävention beurteilt und wie groß die Akzeptanz für die Umsetzung von verhältnispräventiven Maßnahmen ist.

Jedes Jahr sterben Millionen von Menschen vorzeitig an Volkskrankheiten wie Herz- und Lungenerkrankungen, Krebs oder Diabetes – allesamt Erkrankungen, deren Entstehung durch schädliche Verhaltensweisen wie Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und eine ungesunde Ernährung mitbeeinflusst wird. Der Prävention solcher Lebensstile kommt demnach eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung dieser Krankheiten zu.

Der Beitrag „Rolle und Akzeptanz der Prävention von schädlichen Lifestyle-Einflüssen in der Bevölkerung“ untersucht, welche Präventionsinstrumente aus Sicht der Bevölkerung als wirksam angesehen werden und welche zur Herbeiführung gesundheitsfördernder Lebensstile implementiert werden sollten. In der Wissenschaft werden Maßnahmen der Verhältnisprävention höhere Wirkungen zugeschrieben als verhaltenspräventiven Instrumenten. Doch sind Maßnahmen wie beispielsweise Steuererhöhungen auf Adipositas begünstigende Lebensmittel in allen Bevölkerungsgruppen akzeptiert? Oder werden sie als unbequem empfunden und daher eher abgelehnt?

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass die Bevölkerung verhaltenspräventiven Maßnahmen generell positiver gegenübersteht als verhältnispräventiven, sowohl was die Einschätzung der Wirksamkeit als auch die Akzeptanz einzelner Maßnahmen angeht. Während beispielsweise die Lebensmittelampel mit durchschnittlich 5,1 von 10 Punkten den höchsten Wirkungsgrad zugeschrieben bekommt, werden Steuererhöhungen auf ungesunde Lebensmittel als am wenigsten wirksam eingestuft und erhalten durchschnittlich nur 3,6 von 10 Punkten. Maximal ein Drittel der Befragten würde Steuererhöhungen oder einem generellen Werbeverbot für Lebensmittel zustimmen. Die Mehrheit steht diesen Maßnahmen eher ablehnend oder zumindest unentschieden gegenüber. Lediglich einem Werbeverbot für Kinderlebensmittel würden gut zwei Drittel der Befragten zustimmen.

Mit Blick auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zeigt die Studie, dass Personen mit gesundheitsschädlichen Lebensstilen wie Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum oder ungesunder Ernährung im Allgemeinen eher gegen verhältnispräventive Maßnahmen wie Steuern auf ungesunde Lebensmittel und Werbeeinschränkungen sind. Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass diese Einschätzung vom Grad des Gesundheitsbewusstseins abhängt: Befragte mit einem gesundheitsgefährdenden Lebensstil aber einem hohen Gesundheitsbewusstsein sprechen sich tendenziell stärker für verhältnispräventive Maßnahmen aus. Diese Gruppe könnte demnach auch aufgeschlossener sein gegenüber staatlich gesetzten Anreizstrukturen im Sinne einer Hilfestellung zu einer gesünderen Lebensführung.