gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Erst mal Doktor Google fragen? Nutzung Neuer Medien zur Information und zum Austausch über Gesundheitsthemen

Die neuen Medien bieten eine Fülle an Möglichkeiten, sich über Gesundheitsthemen zu informieren, sich mit anderen auszutauschen und flexibel sowie unabhängig von Ort und Zeit mit Leistungserbringern in Kontakt zu treten. Doch welchen Stellenwert haben Online-Medien als Informationsquelle für die deutsche Bevölkerung? Wer nutzt Internet und Co. und welche Ziele werden damit verfolgt?

Neue Medien wie das Internet oder Web-2.0-Anwendungen wie soziale Netzwerke oder Foren nehmen in der Gesundheitskommunikation einen immer größeren Stellenwert ein. Sie ermöglichen die Suche nach vertiefenden Informationen, nach Unterstützung im Umgang mit Erkrankungen und nach Kontakt mit anderen Betroffenen. Im Sinne des Empowerment können Online-Medien damit Patienten darin unterstützen, ihre Gesundheitskompetenz zu stärken und eine aktive Rolle in der Arzt-Patient-Beziehung einzunehmen.

Die Studie "Erst mal Doktor Google fragen? Nutzung Neuer Medien zur Information und zum Austausch über Gesundheitsthemen" geht vor diesem Hintergrund der Frage nach, welche Relevanz Online-Medien für die deutsche Bevölkerung haben und welche soziodemografischen, sozioökonomischen und personenbezogenen Eigenschaften Einfluss auf die gesundheitsbezogene Internetnutzung haben. Sie analysiert, welche Angebote genutzt werden und aus welchen Gründen sich Bürger in den neuen Medien über Gesundheitsthemen informieren.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Interesse an Gesundheitsthemen generell sehr hoch ist. Fast 90 Prozent der Befragten gaben an, sich im letzten Jahr über gesundheitsrelevante Aspekte informiert zu haben. Als Quelle nahm das Internet dabei einen mittleren Stellenwert ein. 38 Prozent nutzten es, um sich über Fragen der Gesundheit zu informieren. Persönliche Gespräche mit Ärzten, mit Freunden und Bekannten, Krankenkassen- und Apothekenzeitschriften sowie die traditionellen Massenmedien nehmen jedoch noch einen höheren Stellenwert ein.

Von den Befragten, die zu den Internetnutzern zählen, hat gut die Hälfte das Internet in den letzten zwölf Monaten auch speziell zur Suche nach Gesundheitsthemen genutzt. Eine Reihe von Merkmalen leistet dabei einen Beitrag zur Erklärung der gesundheitsbezogenen Internetnutzung generell sowie zur Nutzungshäufigkeit. So zeigt die Studie, dass ein junges Alter und in hohem Maße die Zugehörigkeit zu einer höheren sozioökonomischen Schicht die Wahrscheinlichkeit erhöht, zu den Gesundheits-Onlinern zu gehören. Auch der Status als Patient, die Einstellung, dass man möglichst gut über eine Erkrankung informiert sein sollte, und ein hohes Gesundheitsbewusstsein erhöhen die Chance, das Internet zu nutzen. Für die Nutzungshäufigkeit spielt insbesondere die Zufriedenheit mit dem Hausarzt eine große Rolle: Je unzufriedener die Bürger mit ihrem Hausarzt, desto höher die Chance, Antworten auf gesundheitsbezogene Fragen im Internet suchen.

Gefragt nach den häufig genutzten Online-Angeboten zeigt sich, dass das Online-Lexikon Wikipedia, Webseiten von Krankenkassen und Leistungserbringern, Gesundheitsportale und Online-Apotheken aber auch Social-Media-Angebote wie Ratgeber-Communities oder Online-Foren die größte Reichweite haben. Als Ziele für die gesundheitsbezogene Internetnutzung kristallisieren sich die Stärkung der eigenen Rolle als Patient und der Wunsch, allgemein besser über Gesundheits- bzw. Krankheitsfragen informiert zu sein, als die wichtigsten Faktoren heraus.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abbildung 1: Quellen der Information über Gesundheitsthemen (Anteile der Befragten in Prozent, die die jeweilige Quelle in den letzten zwölf Monaten zur Information über Gesundheitsthemen genutzt haben)

    Quellen der Information über Gesundheitsthemen (Anteile der Befragten in Prozent, die die jeweilige Quelle in den letzten zwölf Monaten zur Information über Gesundheitsthemen genutzt haben)

  • Abbildung 2: Sozioökonomischer Status der Gesundheits-Onliner und Gesundheits-Offliner

    Sozioökonomischer Status der Gesundheits-Onliner und Gesundheits-Offliner