gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Das Arzt-Patienten-Verhältnis in der ambulanten Versorgung - Unterschiede zwischen GKV- und PKV-Versicherten

Im deutschen Gesundheitssystem werden privat und gesetzlich Versicherte unterschiedlich gut versorgt. Aktuelle Reformdebatten berücksichtigen die tatsächliche Versorgungssituation der Versicherten jedoch nur wenig. Die Studie befragt Patienten zu ihren konkreten Erfahrungen im Praxisalltag.

Wie zufrieden sind gesetzlich und privat Versicherte mit ihrer persönlichen Versorgungssituation und wie erleben sie Versorgungsunterschiede abhängig vom Versichertenstatus? Wenn es um die Qualität der Versorgung geht, wird in aktuellen Reformdebatten viel über Finanzierungsprobleme diskutiert, die Versicherten selbst kommen nur selten zu Wort. Hier setzt die Studie "Das Arzt-Patienten-Verhältnis in der ambulanten Versorgung" an. Die Patientenbefragung stellt die Perspektive der Versicherten zu den Versorgungsunterschieden im deutschen Gesundheitssystem heraus. Im Fokus der Analyse stehen das Arzt-Patienten-Verhältnis und das Behandlungsgespräch als zentrale Elemente der ambulanten Versorgung. Die Studie bietet bevölkerungsrepräsentative Befragungsergebnisse zu wichtigen Versorgungsthemen aus der Erfahrung privat und gesetzlich Versicherter. Erleben privat Versicherte tatsächlich eine bessere Versorgung als Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen?

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Im Vergleich zu PKV-Versicherten warten GKV-Versicherte länger im Wartezimmer, erleben häufiger ein nur kurzes Behandlungsgespräch und öfter einen Arzt, der teilweise nur unzureichend auf ihre Belange eingeht, obwohl sie durchschnittlich einen schlechteren Gesundheitszustand und höheren Versorgungsbedarf haben. Daraus resultiert eine insgesamt pessimistischere Haltung gesetzlich Versicherter zur medizinischen Versorgung der Zukunft. Im Vergleich zu allen anderen analysierten Themenfeldern ist die Sorge über künftige Leistungserstattungen sowie Wartezeiten auf bestimmte Therapien und Operationen bei den GKV-Versicherten besonders deutlich ausgeprägt. Damit bestätigt die Studie nicht nur ernstzunehmende Versorgungsunterschiede zwischen GKV- und PKV- Versicherten. Sie veranschaulicht zudem, dass der tatsächliche Versorgungsbedarf der Bürger stärker in den Vordergrund gerückt werden muss, um Finanzierungsengpässe in beiden Versicherungssystemen lösen zu können.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb.1 - Unterschiede im Gesundheitszustand

    Unterschiede im Gesundheitszustand

    Signifikanz: * p<=0,05, ** p <= 0,01, *** p<= 0,001, Befragungsergebnisse aus den Jahren 2011 und 2012
    Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb.2 - Anteil geringer Wartezeiten in der Arztpraxis und auf einen Termin

    Anteil geringer Wartezeiten in der Arztpraxis und auf einen Termin

    Signifikanz: * <= 0,05, ** p <= 0,01, *** p <= 0,001, Befragungsergebnisse aus den Jahren 2011 und 2012
    Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb.4 - Eingehen des Arztes auf die Befragten

    Geringes Eingehen des Arztes auf die Befragten

    Signifikanz: * <= 0,05, ** p <= 0,01, *** p <= 0,001, Befragungsergebnisse aus den Jahren 2011 und 2012
    Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb.9 - Zukunftsängste der Versicherten

    Anteil derer, die befürchten, dass ...

    Signifikanz: * <= 0,05, ** p <= 0,01, *** p <= 0,001, Befragungsergebnisse aus den Jahren 2011 und 2012
    Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb. 2: Wartezeiten

    Wartezeiten

    p<0,01; n=4019
  • Abb. 3: Aufklärung durch den Arzt

    Aufklärung durch den Arzt

    p<0,05; **p<0,01; n=8060
  • Abb. 5: Allgemeine Zufriedenheit mit dem Arzt, Information durch den Facharzt und Vertrauen in die gesundheitliche Versorgung

    Allgemeine Zufriedenheit mit dem Arzt und Information durch den Facharzt

    nicht signifikant; *n=14598; **n=5338; ***n=2731
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Downloads zur Studie

Abstract (English)

Englischer Abstract zur Studie.

Abstract (English)
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