gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Gesetzliche Maßnahmen zum Nichtraucherschutz in Deutschland: Einstellungen und Akzeptanz in der Bevölkerung

Dieser Artikel untersucht, wie hoch die Unterstützung zu gesetzlichen Rauchverboten an verschiedenen Orten in Deutschland ist und ob sich die Zustimmungsquoten in den verschiedenen Bundesländern unterscheiden. Zudem wird der Einfluss der sozialen Merkmale und gesundheitlicher Faktoren auf die Akzeptanz gesetzlicher Rauchverbote untersucht.

Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko unserer Zeit. Das am 20. Juli 2007 beschlossene Bundesgesetz zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens sieht ein grundsätzliches Rauchverbot in allen öffentlichen Einrichtungen vor. Bereits im Vorfeld der Gesetze wurde das Rauchverbot in Gaststätten besonders kontrovers diskutiert. Der Beitrag "Gesetzliche Maßnahmen zum Nichtraucherschutz in Deutschland - Einstellung und Akzeptanz der Bevölkerung" legt hier einen besonderen Schwerpunkt.

Auch wenn die Maßnahmen zum Nichtraucherschutz in den letzten Jahren verstärkt wurden, gibt es immer noch zahlreiche Menschen, die einer Tabakrauchbelastung ausgesetzt sind: durch rauchende Kollegen und Kunden bei der Arbeit, durch rauchende Haushaltsmitglieder oder beim Aufenthalt in der Freizeit in Räumen, in den geraucht wird.Die Befragungsergebnisse zeigen, dass die Befragten der Belastung durch Passivrauchen am häufigsten in der Freizeit ausgesetzt sind. Generell ist die Akzeptanz gesetzlicher Rauchverbote sehr hoch. Insbesondere für Orte, an denen sich Kinder und Jugendliche aufhalten, öffentliche Verkehrsmittel, Bahnhöfe, Arbeitsplatz sowie Restaurants zeichnet sich eine breite Mehrheit. Für Orte unter freiem Himmel, Festzelte sowie Bars und Kneipen ist die Unterstützung für Nichtraucher geringer. Wenig überraschend ist, dass Raucher einem Rauchverbot in Restaurants beziehungsweise Kneipen seltener zustimmen als Ex- und Nie-Raucher. Etwa zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, dass ein Rauchverbot in der Gastronomie keinen Einfluss auf ihr Ausgehverhalten in Restaurants haben wird. Eine deutliche Mehrheit der Befragten will nach Einführung der Nichtraucherschutzmaßnahmen im Gastronomiegewerbe unverändert oft Restaurants, Kneipen und Bars sowie Bistros und Cafés besuchen. Bei den Nichtrauchern geben bis zu 27 % an diese Einrichtungen sogar häufiger als in der Vergangenheit zu besuchen. Hinsichtlich der soziodemographischen Merkmale zeigt sich, dass Personen mit Abitur häufiger für rauchfreie Restaurants beziehungsweise Kneipen stimmen, wobei das Wissen um die Gesundheitsgefährdung eine zentrale Rolle spielen könnte. Einfluss nimmt auch das Gesundheitsbewusstsein: Je mehr eine Person auf ihre Gesundheit achtet, desto eher wird ein Rauchverbot in Restaurants befürwortet. Auffällig ist, dass insbesondere bei Befragten aus Niedersachsen, Baden-Württemberg und Hessen, die zum Befragungszeitpunkt in ihrem Bundesland bereits eine rauchfreie Gastronomie hatten, eine deutlich höhere Zustimmung des Rauchverbots in Restaurants beobachtet werden kann.

Nach Ansicht der Autoren ist es besorgniserregend, dass noch immer viele Menschen bei der Arbeit häufig oder zumindest manchmal Tabakrauch ausgesetzt ist. Darüber hinaus sei es unbefriedigend, dass nun in Deutschland ein Flickenteppich von uneinheitlichen Regelungen besteht, der dazu in den gastronomischen Einrichtungen noch zu viele Ausnahmen vorsieht. Die Autoren ziehen aus der Studie das Fazit, dass nur eine konsequente Gesetzgebung einen effektiven Nichtraucherschutz gewährleisten kann. Die höhere Zustimmung aus den Bundesländern, in denen schärfere Verbote gelten, deuten sie als Hinweis darauf, dass mit der Anpassung an die gesetzliche Regelung auch die Akzeptanz steigt, wie Erfahrungen auch aus anderen Ländern zeigen.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb. 1: Häufigkeit der Belastung durch Passivrauchen bei der Arbeit (bezogen auf Erwerbstätige), zu Hause und in der Freizeit nach Geschlecht

    Häufigkeit der Belastung durch Passivrauchen bei der Arbeit (bezogen auf Erwerbstätige), zu Hause und in der Freizeit, nach Geschlecht.

    Alle Angaben in Prozent
  • Abb. 3: Einfluss der Einführung der rauchfreien Gastronomie auf den Besuch in Kneipen und Bars

    Einfluss der Einführung der rauchfreien Gastronomie auf den Besuch von Kneipen und Bars

    Alle Angaben in Prozent