gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

System-Vertrauen im Gesundheitssystem

Vertrauen gewinnt als praxisrelevante Dimension im Gesundheitswesen immer mehr an Bedeutung. Wie hoch ist das Vertrauen in das heutige und künftige Gesundheitswesen und die dort handelnden Akteure? Welche Erwartungen werden an die Zukunft gestellt? Der Beitrag liefert Antworten auf diese Fragen und bezieht dabei Ergebnisse aus früheren Untersuchungen des Gesundheitsmonitors mit ein.

In der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung spielen die Kompetenzen und Zielsetzungen der jeweiligen Entscheidungsträger sowie die strukturelle Leistungsfähigkeit eine wesentliche Rolle. Doch insbesondere im Gesundheitsbereich spielt eine weitere Determinante eine wesentliche Rolle: Vertrauen. Unplanbare Ereignisse wie Erkrankungen oder die damit verbundene Unsicherheit hinsichtlich der Behandlung von Krankheiten machen Vertrauen notwendig. Vertrauen schafft die Möglichkeit, die Qualität einer Behandlung nach Evidenzkriterien zu bewerten, mindert Ängste und minimiert nicht bewältigbar wirkende Aufwände. Vertrauen kann damit handungsbereit und handlungsfähig für den eigentlichen Handlungsprozess machen und ist insbesondere in Zeiten einer unüberschaubaren Fülle an Gesundheitsinformationen wichtig.

Schon in früheren Befragungswellen des Gesundheitsmonitors wurden verschiedene Facetten des Vertrauenskonzepts beleuchtet. Ein wesentlicher Baustein der aktuellen Befragungsergebnisse umfasst nun das Vertrauen in das heutige und künftige Gesundheitswesen. Dabei fällt das Vertrauen in das künftige Gesundheitswesen schwächer aus, als in das vorherrschende. Vollstes Vertrauen hat jedoch keine der befragten Personen. Im Gegenteil: Der Anteil der Befragten mit höherem Vertrauen in das heutige Gesundheitswesen liegt bei 49 Prozent, in das künftige bei 39 Prozent. Gerade soziale Bedingungen bestimmen dabei, ob die Bevölkerung dem Gesundheitswesen eher vertraut oder eher nicht.

Hinsichtlich des Vertrauens in Institutionen, Akteure und das System des Gesundheitswesens zeichnet sich ein Vertrauensgefälle ab. Während 90 Prozent der Bevölkerung heute noch Vertrauen zu Haus-, Fach-, und Zahnärzten haben und 80 Prozent noch den Pflegekräften im Krankenhaus und Apotheken vertrauen, haben nur noch gut 40 Prozent Vertrauen gegenüber Psychotherapeuten. Insgesamt schneiden Einrichtungen für ältere Menschen am schlechtesten ab.

Unerwartete Ergebnisse liefert die Befragung hinsichtlich des Vertrauens in politische und zivilgesellschaftliche Institutionen. So ist das Vertrauen mit 86,9 Prozent in Krankenkassen am höchsten. Das geringste Vertrauen wird den Interessensvertretungsorganisationen, der Bundesregierung und dem Gesundheitsministerium entgegengebracht (35 bis 19 Prozent). 

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb. 2. - Vertrauen gegenüber Akteuren und Institutionen im Gesundheitssystem

    Vertrauen zu Einrichtungen und Personen im Gesundheitswesen

    n = 1.789 GKV- und PKV-Versicherte
    Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb. 4. - Versichertenbefragung: Großes Vertrauen in Krankenkassen

    Vertrauen in politische und zivilgesellschaftliche Institutionen

    n = 1.789 GKV- und PKV-Versicherte
    Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb. 5. - Die Zukunft ausgewählter sozialer Fragen aus der Bürgerperspektive

    Mutmaßungen zur Zukunftsperspektive ausgewählter sozialer Fragen

    n = 1.789 GKV- und PKV-Versicherte
    Angaben in Prozent der Befragten