gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Einrichtungen zur Patienten- und Verbraucherberatung: Bedarf und Nutzung

Eine gute Patientenberatung stärkt die Position der Patienten und Verbraucher im Gesundheitswesen. Das Angebot hochwertiger Informations- und Beratungsangebote ist vielfältig, jedoch für Laien häufig unübersichtlich. Der Beitrag untersucht die Qualität der Beratungsangebote aus Sicht der Bevölkerung.

 Informierte Patienten können sich qualitäts- und kostenbewusst verhalten. Damit sich Laien im teilweise unübersichtlichen Gesundheitswesen zurechtfinden können, helfen Beratungsstellen bei der Entscheidungshilfe und dienen als Wegweiser und Lotsen im Versorgungsalltag. Allerdings ist die Beratungslandschaft vielfältig und unübersichtlich. Brauchen Patienten einen Lotsen durch die Beratungslandschaft?

 Der Beitrag "Einrichtungen zur Patienten- und Verbraucherberatung: Bedarf und Nutzen" ermittelt welche Beratungsangebote der Bevölkerung bekannt sind und genutzt werden. Anhand der Befragungsdaten lassen sich Rückschlüsse für die Zukunft einer nutzergerechten Gestaltung der Patientenberatung ziehen.

 Die Analyse der Antworten von 1464 Personen zeigt: Insgesamt 90 Prozent der Befragten kennen mindestens einen Anbieter von Patienten- und Verbraucherberatungen in Deutschland. Rund 31 Prozent hatten selbst schon einmal eine dieser Beratungsstellen aufgesucht. Insgesamt werden die Einrichtungen der "abhängigen" Patientenberatung, besonders die der gesetzlichen Krankenkassen, am meisten genutzt. Eher selten wird gegenwärtig noch der Rat der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UDP) eingeholt, deren Angebot zum Zeitpunkt der Befragung wenig bekannt war.

 Häufigster Beratungsanlass der Befragten sind Fragen zu Krankheit und Gesundheit, gefolgt von der Suche nach Adressen von Behandlungseinrichtungen und dem Wunsch nach einer zweiten Meinung. Besonders aktiv agieren jene Ratsuchende, die mit einer Entscheidung ihres Arztes nicht einverstanden waren. Auch zur Organisation der Pflege von Angehörigen und bei Widersprüchen gegen Bescheide des Kostenträgers ist der Beratungswunsch groß. Tendenziell sind potentielle Nutzer von Beratungseinrichtungen unzufriedener mit dem deutschen Gesundheitssystem, aber keineswegs kränker als der Bevölkerungsdurchschnitt. Auch Zukunftsängste in Bezug auf die Versorgungsqualität erhöhen zusätzlich die Bereitschaft zur Beratung.

 Wenn der Ratsuchende erst einmal eine entsprechende Beratungseinrichtung gefunden hat, ist Zufriedenheit mit den Beratungsstellen insgesamt recht hoch: 55 Prozent der Befragten fühlten sich gut beraten, 51 Prozent erhielten nützliche Informationen und 50 Prozent würden die Beratungsstalle erneut aufsuchen. Allerdings hätten sich 10 Prozent der Befragten mehr Unterstützung gewünscht. Nutzer unabhängiger Beratungseinrichtungen sind besonders zufrieden, gefolgt von der Zufriedenheit mit abhängigen Beratungsangeboten. Nicht ganz so zufrieden sind die Ratsuchenden, die sich an staatliche Stellen wandten.

 Der Beitrag macht deutlich, dass sich die Patientenberatung der Zukunft stärker auf die Gesundheits- und Versorgungsprobleme von älteren und hochbetagten Menschen einstellen muss. Auch die Bedürfnisse pflegender Angehöriger sind im aktuellen  Beratungsangebot nicht optimal abgedeckt. 

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb. 2. - Häufigste Beratungsanlässe

    Beratungsanlässe der Befragten in der Vergangenheit und letzter Beratungsanlass

    * n = 449; ** n = 402
    Mehrfachnennungen möglich; Beratungsanlässe: n = 926
    Alle Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb. 1. - Bekanntheit und Nutzen von Patientenberatungen

    Bekanntheitsgrad und eigne Nutzung von Einrichtungen der Verbraucher- und Patientenberatung

    n = 1.464
    Alle Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb. 5. - Vertrauen in die Beratunsleistung

    Vetrauen in Anbieter von Beratungsleistungen*

    * nur Personen, die potenziell Interesse an Beratung haben
    n = 1.144
    Alle Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb. 3. - Gründe eine Patienten- und Verbraucherberatungsstelle zu kontaktieren

    Nutzungsbereitschaft von Beratungseinrichtungen bei antizipierten Fragen und Problemen

    n = 1.464
    Alle Angaben in Prozent der Befragten