gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Versorgung am Lebensende: Vorstellungen, Wissen und Haltungen

Eine gute Versorgung am Lebensende ist Voraussetzung für ein würdiges Sterben. Der Beitrag untersucht die Haltung und Erfahrung der Bevölkerung zu den Themen Sterben in Würde, Patientenverfügung und Palliativversorgung.

In Deutschland ist die Lebenserwartung in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen.  Damit rückt auch die Versorgung von Menschen am Lebensende stärker in das Blickfeld von Öffentlichkeit, Politik und Fachkreisen. Um den zunehmenden Herausforderungen einer Versorgung im Alter auch in Zukunft gesundheitspolitisch gerecht zu werden, sollte die Perspektive der Bevölkerung zu diesem Thema transparent gemacht werden.

 Der Beitrag "Versorgung am Lebensende: Vorstellungen, Wissen, Haltungen" diskutiert die Themen würdevolles Sterben, Palliativversorgung und Patientenverfügung aus der Sicht der Bevölkerung. Was wünschen sich die Deutschen für ihr Lebensende und welche Erwartungen und Bedürfnisse gilt es zu berücksichtigen?

 Die repräsentative Umfrage des Gesundheitsmonitors zeigt: Schmerzfreiheit ist für die meisten Menschen das wichtigste Kriterium für ein würdevolles Sterben. Darauf folgt der Wunsch am Lebensende niemandem zur Last zu fallen und wenn möglich im Kreise der Familie und Freunde im eigenen Zuhause zu sterben. Hier erfüllen ambulante Palliativ- und Hospizdienste mit ihren vorrangigen Zielen der Leidenslinderung und Erhaltung der Lebensqualität wesentliche Bedürfnisse von Menschen am Lebensende. Allerdings sind diese ambulanten Versorgungsangebote insgesamt nur recht wenig in der Bevölkerung bekannt. Zugleich empfindet es die Mehrheit der Befragten als besonders wichtiges Einflusskriterium für ein würdevolles Sterben, dass sie die Fähigkeit den eigenen Willen zu äußern nicht verlieren. Allerdings verfügte nur ein kleiner Teil der Befragten über eine Patientenverfügung oder eine Vorsorgevollmacht. Viele der Befragten vertrauen stattdessen darauf, dass Angehörige die Entscheidungen in ihrem Sinne treffen werden: Hier spielen Hemmungen über Krankheit, Tod und Sterben zu sprechen, sowie ein Mangel an Information zum Verfassen einer Patentenverfügung offenbar eine große Rolle.

 Die Experten empfehlen auf Grundlage der Befragungsergebnisse eine verbesserte öffentliche Kommunikation und Aufklärung über die Inhalte von Hospiz- und Palliativversorgung. Auch für die Vorteile einer Patientenverfügung ist die Bevölkerung noch nicht genügend sensibilisiert. Mit der Gesundheitsreform 2007 wurde zwar erstmals ein Anspruch für Patientinnen und Patienten auf spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) sozialgesetzlich verankert. Dennoch ist die ambulante Palliativversorgung in Deutschland strukturell bislang wenig ausgebaut. Die positive Gesamtentwicklung der letzten Jahre kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Versorgungsstrukturen regional sehr unterschiedlich verfügbar sind.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb. 1 - Was bedeutet Sterben unter würdigen Bedingungen?

    Was bedeutet Sterben unter würdigen Bedingungen für Sie?

    Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb. 3 - Durchschnittsalter beim (Nicht-) Ausfüllen einer Patientenverfügung

    Durchschnittsalter der Personen, die eine bzw. keine Patientenverfügung erstellt haben

    n = 1.772
    Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb. 4 - Bedeutung des Begriffs "Palliativversorgung"

    Bedeutung des Begriffs - Palliativversorgung ...

    Mehrfachantworten möglich
    Angaben in Prozent der Befragten