gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Was weiß und denkt die Bevölkerung über Alzheimer und andere Demenzerkrankungen?

Demenz ist nach wie vor ein gesellschaftliches Tabuthema. Dadurch wird sowohl für die Betroffenen selbst als auch für die pflegenden Angehörigen die Bewältigung der Krankheit deutlich erschwert. Die Studie untersucht, was die Menschen wirklich über die Erkrankung wissen und mit welcher Einstellung sie der Demenz und den Erkrankten begegnen.

Derzeit leben in Deutschland etwa 1,5 Millionen Menschen mit einer Demenzdiagnose. In Folge des demographischen Wandels wird die Zahl der Betroffenen in den nächsten Jahren weiter steigen und sowohl gesellschaftliche als auch volkswirtschaftliche Herausforderungen mit sich bringen. Ohne die große Bereitschaft der pflegenden Angehörigen wäre es bereits heute unmöglich die Versorgung der Demenzerkrankten sicherzustellen.

Mit Blick auf die zukünftige Pflege der Betroffenen und die Unterstützung ihrer Familien ist es daher unerlässlich die Einstellungen und Verhaltensweisen der Gesellschaft bezüglich Demenz und Demenzerkrankten zu erfassen. Daher untersucht der Beitrag „Was weiß und denkt die Bevölkerung über Alzheimer und andere Demenzerkrankungen“ welche Erfahrungen die Bevölkerung mit Demenzerkrankungen und –erkrankten gemacht hat. Wie gehen die Befragten mit der Erkrankung und Betroffenen um und welche Einstellungen bzw. Erwartungen bestehen bei der Vorstellung man selbst oder ein Angehöriger könnte an Demenz erkranken?

Die Ergebnisse der Studie zeigen überraschenderweise, dass weniger als die Hälfte der Befragten angaben schon einmal mit einem Demenzerkrankten in Kontakt gekommen zu sein. Die Mehrheit dieser Begegnungen erfolgte im engeren Familienkreis. Es liegt jedoch die Vermutung nahe, dass sich ein Großteil der Befragten gar nicht bewusst ist, wenn er auf einen Demenzkranken trifft. Die Auswertung des Demenzwissenstest zeigt, dass die Bürger in groben Zügen zwar wissen, was Demenz ist. Je spezifischer die Fragen zum Krankheitsbild jedoch wurden, umso größer wurde auch die Unsicherheit im Antwortverhalten. Mangelnde Aufklärung und fehlendes Wissen spiegeln sich auch in den emotionalen Reaktionen der Befragten wider. Insbesondere bei Jüngeren und Personen ohne Kontakt zu Demenzkranken waren die Emotionen Angst, Verunsicherung und Unbehagen stark ausgeprägt. In der Gesamtstichprobe ließen sich aber in auffallend hohem Maße prosoziale Einstellungen gegenüber Betroffenen feststellen und eine große Bereitschaft einen Angehörigen im Krankheitsfall zu betreuen. Zur weiteren Stärkung der Toleranz gegenüber Demenzerkrankten wird die Fortsetzung von Aufklärungsmaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit empfohlen. Abschließend bleibt noch zu betrachten, dass die Vorstellung selbst an Demenz zu erkranken für die meisten Befragten eine erhebliche Bedrohung darstellt. Lieber wollen sie frühzeitig und dafür geistig fit sterben als später mit oder an einer Demenz. Hier zeigt sich eine deutliche Tendenz zur Bewertung der eingeschätzten Lebensqualität mit einer Demenzerkrankung.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb. 3 - Reaktion auf Menschen mit Demenz,

    »Wie würden Sie auf einen Menschen mit Demenz reagieren? Welche der genannten Reaktionen treffen auf Sie persönlich zu?«

    Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb. 6 - Wissen über Demenz

    Einschätzung über Aussagen zur Erkrankung Demenz

    Aussagen »richtig« oder »falsch«; bei Unsicherheit sollten die Befragten »weiß nicht« angeben;
    mit korrekter Antwortkategorie nach Forschungsstand (in Klammern); sortiert nach Häufigkeiten korrekter Antworten (absteigend)
    Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb. 7 - Einstellung zur Krankheit Demenz

    »Einstellungen zur Erkrankung Demenz: Inwieweit treffen die folgenden Aussagen auf Sie zu?«

    n = 1.743 bis 1.770; Aussagen sortiert nach »stimme voll und ganz zu«.
    Angaben in Prozent der Befragten

Downloads zur Studie

Was weiß und denkt die Bevölkerung über Alzheimer und andere Demenz- Erkrankungen?

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