gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Das Risiko der Pflegebedürftigkeit: Pflegeerfahrungen und Vorsorgeverhalten bei Frauen und Männern zwischen dem 18. und 79. Lebensjahr

Immer mehr Familien in Deutschland übernehmen die Pflege eines nahen Angehörigen. Doch verändert die zunehmende Konfrontation mit der Thematik auch die Einstellung gegenüber dem eigenen Pflegebedürftigkeitsrisiko? Die Studie untersucht, ob und inwieweit die Erfahrungen in der Pflege das Vorsorgeverhalten der Bürger beeinflusst.

In Deutschland ist die häusliche Versorgung eines pflegebedürftigen Angehörigen schon längst kein Einzelfall mehr. Derzeit werden drei Viertel der 2,5 Millionen Menschen mit einer Pflegestufe zu Hause gepflegt. Die steigende Zahl an Pflegebedürftigen stellt sowohl die Gesundheitspolitik als auch das Versorgungssystem vor die Frage, wie zukünftig für die Bürger ein angemessenes Versorgungsniveau im Fall von Pflegebedürftigkeit gewährleistet werden kann.

Der Studie „Das Risiko der Pflegebedürftigkeit: Pflegeerfahrungen und Vorsorgeverhalten bei Frauen und Männern zwischen dem 18. und 79. Lebensjahr“ wird die Annahme zugrunde gelegt, dass die zunehmende Auseinandersetzung mit der Pflegebedürftigkeit eines nahen Angehörigen das Bewusstsein für das eigene Pflegebedürftigkeitsrisiko beeinflusst. Von wem erwartet die Bevölkerung überhaupt im Alter versorgt zu werden? Der Fokus der Studie ist auf die Beurteilung der Qualität der eigenen Vorsorge im Fall einer Pflegebedürftigkeit gerichtet. Mit welchen Aspekten der Vorsorge setzen sich die Bürger auseinander und wie hoch ist die Bereitschaft zu privaten Vorsorgemaßnahmen.

Aus den Ergebnissen wird ersichtlich, dass ein Großteil der Befragten schon einmal mit dem Thema „Pflege“ in Berührung gekommen ist. Jeder fünfte gab an, bereits selbst gepflegt zu haben oder dies zum Zeitpunkt der Befragung noch zu tun. Die zunehmenden Erfahrungen in der Pflege spiegeln sich auch in dem Informiertheitsgrad wider. Mit dem Mehr an Wissen und Erfahrung veränderte sich auch die Haltung hinsichtlich verschiedener Versorgungskonstellationen. Nach wie vor sind zwar die Erwartungen an die eigene Familie, Pflegeleistungen zu übernehmen, sehr hoch. Aber im Vergleich zu den Befragungsergebnissen des Gesundheitsmonitors 2004 zeigt sich mittlerweile ein deutlicher Trend dahingehend, dass professionelle Pflegedienste als wichtige Unterstützung in häuslichen Pflegearrangements wahrgenommen werden. Dennoch ist die Familie die zentrale pflegerische Ressource für das Versorgungssystem und bedarf als solche einer entsprechenden Unterstützung. Vor allem hinsichtlich der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sehen die Befragten einen deutlichen Verbesserungsbedarf.

Wird nach der Absicherung für den Fall der eigenen Pflegebedürftigkeit gefragt, zeigt sich ein überraschendes Ergebnis. Obwohl sich bereits abzeichnet, dass sich immer mehr Bürger mit ihrer Altersvorsorge befassen, schätzen mehr als 40 Prozent der Befragten ihre bisherigen Vorsorgemaßnahmen als schlecht bis sehr schlecht ein. Zudem gibt die Mehrheit von ihnen an, keine oder nur in geringfügigem Maß Zusatzbeiträge leisten zu wollen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass für Menschen mit einem sozioökonomisch niedrigen Status zum Teil auch gar nicht die Möglichkeit besteht private Rücklagen anzulegen.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb. 5 - Von wem erwarten sie Unterstützung im Alter?

    »Von wem erwarten Sie Unterstützung im Alter?« Vergleich Gesundheitsmonitordaten der Jahre 2004 und 2012

    n = 2.357 Angaben (2004), n = 2.936 Angaben (2012); Darstellung ohne »Mehrgenerationenhaus«, da im Jahr 2004 nicht abgefragt
    Angaben in Prozent (Mehrfachangaben möglich)
  • Abb. 4 - Einstellung zu familiarer Pflege

    Einstellungen zur familialen Pflege

    n = 1.751 bis 1.767
    Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb. 6 - Was spricht gegen die häusliche Pflege?

    Hinderungsgründe, einen pflegebedürftigen Verwandten aufzunehmen

    n = 2.784
    Angaben in Prozent (Mehrfachangaben möglich)

Downloads zur Studie

Das Risiko der Pflegebedürftigkeit: Pflegeerfahrungen und Vorsorgeverhalten bei Frauen und Männern

Das Risiko der Pflegebedürftigkeit: Pflegeerfahrungen und Vorsorgeverhalten bei Frauen und Männern
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