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Homöopathie in der gesetzlichen Krankenversicherung: Modelle, Erfahrungen und Bewertungen

Homöopathische Leistungen gehören in Deutschland nicht zur Regelversorgung der GKV. Dennoch sind viele Versicherte von der Qualität und der Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen überzeugt. Der Beitrag liefert wichtige Einblicke in die Sichtweisen, Erfahrungen und Bewertungen zur Homöopathie von gesetzlich Versicherten in Deutschland.

Wenn gesetzlich Versicherte homöopathische Leistungen in Anspruch nehmen möchten, müssen sie diese nicht zwangsläufig selbst zahlen. Seit einigen Jahren werden innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung homöopathische Leistungen im Rahmen spezieller Verträge mit den Kassenärztlichen Vereinigungen oder mit dem Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) angeboten.

Der Beitrag "Homöopathie in der gesetzlichen Krankenversicherung: Modelle, Erfahrungen und Bewertungen" diskutiert verschiedene Modelle zur Übernahme homöopathischer Leistungen. Hierzu wurden Versicherte der BARMER GEK zu ihren Erfahrungen mit den Modellen „KV-Vertrag“ und „Arztbindung“ befragt und einer Vergleichsgruppe ohne Homöopathieerfahrung gegenübergestellt.

Versicherte, die im Rahmen eines der beiden Modelle homöopathische Verfahren in Anspruch nehmen, sind in der Regel weiblich und durchschnittlich etwas jünger. Sie haben im Vergleich zu Nichtnutzern einen höheren Schulabschluss und schätzen ihren Gesundheitszustand tendenziell schlechter ein. Ein Großteil der Patienten leidet an allgemeinen Beschwerden, gefolgt von chronischen Erkrankungen. Viele sind von der schulmedizinischen Behandlung enttäuscht und suchen einen Arzt der ihnen und ihren Beschwerden mehr Zeit widmet. Genau dies bietet die homöopathische Behandlung. Die Patienten schätzen den intensiveren Arzt-Patienten-Kontakt in der homöopathischen Praxis und haben ein höheres Vertrauen in die dort tätigen Ärzte. Auch wenn die Arztbewertung insgesamt positiv ausfällt, homöopathische Ärzte erhalten in allen Punkten zum Arzt-Patienten-Kontakt signifikant bessere Bewertungen als ihre schulmedizinischen Kollegen.

Mehr als die Hälfte aller Befragten zeigte sich davon überzeugt, dass die Homöopathie helfen könne, wenn die Schulmedizin "versagt" habe. Sogar in jener Gruppe, in der viele der Befragten noch keine eigenen Erfahrungen mit Homöopathie gemacht hatten, waren 69 Prozent dieser Ansicht. Ein Großteil der Befragten bewertete auch die eigene Behandlung als erfolgreich. Bei mehr als 80 Prozent besserten sich das Allgemeinbefinden, die seelische Verfassung und die körperlichen Beschwerden. Offenbar spielt die wissenschaftliche Diskussion um die Wirksamkeit der Homöopathie für die Patienten keine ausschlaggebende Rolle. Wichtige Kriterien für die positive Einschätzung einer homöopathischen Behandlung sind hingegen die Zugewandtheit des Arztes und die Möglichkeit ein ausführliches ärztliches Gespräch im Rahmen der homöopathischen Erstanamnese führen zu können.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb. 2. - Einschätzungen zur Homöopathie

    Einschätzungen zur Homöopathie

    n = 1.826 bis 1.877; Signifikanzniveau (3-Gruppen-Vergleich): * p ≤ 0,05; ** p ≤ 0,01;
    *** p ≤ 0,001; Chi²-Test
    Angaben in Prozent
  • Abb. 7. - Vertrauen zum Arzt

    Vertrauen zum Arzt

    Signifikanzniveau: p ≤ 0,001 (adjustiert für Alters- und Geschlechtsunterschiede)
    Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb. 5. - Beurteilung des Arztkontaktes

    Beurteilung des Arztkontaktes

    Signifikanzniveau (3-Gruppen-Vergleich): *** p ≤ 0,001 (P-Werte aus multivariater Regression
    mit Adjustierung für Alters- und Geschlechtsunterschiede)
    1 = »so gut wie gar nicht«, 5 = »sehr stark«

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Homöopathie in der gesetzlichen Krankenversicherung: Modelle, Erfahrungen und Bewertungen

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