gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Alter und Gesundheit: Vorstellungen in unterschiedlichen Generationen

Dieser Artikel beschäftigt sich mit den vorherrschenden Altersbildern und den Gesundheitsvorstellungen der Deutschen in unterschiedlichen den Altersgruppen. Zentrale Fragen: Welche Bedeutung hat die Gesundheit im Kontext anderer Lebensbereiche? Wie zufrieden sind die verschiedenen Lebensalter mit diesen Lebensbereichen und gibt es Unterschiede in der individuellen Gesundheitsvorstellungen?

Das Altern der Bevölkerung verändert auch die Gesundheitsentwicklung in modernen Gesellschaften. Bei der Debatte um die gesundheitlichen Folgen der fortschreitenden Alterung der deutschen Bevölkerung wird häufig übersehen, dass es in den Gesellschaften des langen Lebens nicht nur Mangel an neuen Finanzierungsquellen für die alten sozial Systeme gibt, sondern auch einen Mangel an Rollen - und Leitbildern für die Alten. Es fehlt eine moderne Vorstellung davon, was Gesundheit und angemessenes eben im Alter überhaupt ist. Der Artikel "Alter und Gesundheit: Vorstellungen in unterschiedlichen Generationen" bietet einen Ansatz zur Aufklärung dieses Defizit.

Die Ergebnisse belegen einen hohen Zusammenhang zwischen Generationenzugehörigkeit und dem Altersbild: Während die Befragten zwischen 18 und 34 Jahren 63-Jährige für alt halten, ist für 35- bis 44-Jährige eine Person ab einem Alter von 68 Jahren alt. Die 45-bis 64-Jährigen ziehen diese Grenze sogar erst ab einem Alter von knapp 71 Jahren. Es zeigt sich, dass mit zunehmenden Lebensalter die positiven Erwartungen an das Alter, die in allen Altersgruppen mit einem höheren Grad an "Freiheit und Unabhängigkeit" sowie in einer "selbstbestimmten Lebensführung" verbunden werden, steigt. Im Kontext anderer Lebensbereiche ist zu beobachten, dass die Bedeutung des Lebensbereiches "Gesundheit" mit dem Alter der Befragten zunimmt: Während sie für die älteren Altersgruppen den wichtigsten Lebensbereich darstellt, stehen in den jüngeren Altersgruppen Partnerschaft und Familie im Mittelpunkt. Erneut wird auch das "Zufriedenheitsparadox" bestätigt: Die ältesten Befragten sich mit ihrer Gesundheit nicht unzufriedener als die jüngeren. Die Mehrzahl der Befragten verbindet Gesundheit mit "Wohlbefinden" und "körperlicher Funktionsfähigkeit". Aber auch hier malt sich ein altersspezifisches Bild ab. Es scheint als ob die eigene Erfahrung mit gesundheitlichen Einbußen dazu führen, dass die älteste Befragungsgruppe Aspekte wie "die Fähigkeit Alltagsanforderungen zu bewältigen und "die Fähigkeit mit Einschränkungen umgehen zu können" einbeziehen. Die Jüngeren setzen hingegen Gesundheit mit "Fitness, Kondition, Belastbarkeit" beziehungsweise "Abwesenheit von Krankheit" gleich. Interessant ist, dass für die wenigsten Befragten "Jungsein" ein Ausdruck für Gesundheit ist. Generationsübergreifende herrscht Einigkeit darüber, dass durch gesunde Ernährung, körperliche Bewegung, sowie seelische Ausgeglichenheit die Gesundheit positiv beeinflusst werden kann.

Letztendlich zeigen die Ergebnisse, wie stark Bilder vom Alter einerseits sozial, kulturell und damit degenerativ sind, andererseits aber auch Modifikationen im Lebensverlauf erfahren. Optimistisch stimmt die Autoren, dass trotz der Fülle an Gesundheitsassoziationen eine deutliche Mehrheit der Meinung ist, viel für ihre Gesundheit tun zu können. Eine zentrale Lebensproblematik des Alterns bestehe nämlich, in der Bewältigung einer zunehmend negativen Bilanzierung des Verhältnisses zwischen Ressourcenerhalt einerseits und dem Auftreten von Gesundheitseinbußen andererseits. Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE /* Style Definitions */ table.MsoNormalTable {mso-style-name:"Normale Tabelle"; mso-tstyle-rowband-size:0; mso-tstyle-colband-size:0; mso-style-noshow:yes; mso-style-priority:99; mso-style-parent:""; mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-para-margin-top:0cm; mso-para-margin-right:0cm; mso-para-margin-bottom:8.0pt; mso-para-margin-left:0cm; line-height:107%; mso-pagination:widow-orphan; font-size:11.0pt; font-family:"Arial",sans-serif; mso-ascii-font-family:Arial; mso-ascii-theme-font:minor-latin; mso-hansi-font-family:Arial; mso-hansi-theme-font:minor-latin; mso-bidi-font-family:"Times New Roman"; mso-bidi-theme-font:minor-bidi; mso-fareast-language:EN-US;}

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb. 1: Ab welchem Alter ist man alt?

    Ab welchem Alter ist man alt

  • Abb. 2: Gesamtbewertung des eigenen Altwerdens

    Gesamtbewertung des eigenen Altwerdens

    Alle Angaben in Prozent
    n = 1.523; p <= 0,001
  • Abb. 5: Subjektive Gesundheitsvorstellungen

    Subjektive Gesundheitsvorstellungen

    Alle Angaben in Prozent
    Mehrfachnennungen möglich
  • Abb. 6: Einflussmöglichkeiten auf die Gesundheit

    Einflussmöglichkeiten auf die Gesundheit

    Alle Angaben in Prozent
    n = 1,518