gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Zusammenarbeit von Haus- und Fachärzten aus Versichertenperspektive

Um die Versorgungsqualität insbesondere chronisch kranker Patienten zu verbessern, bieten die Krankenkassen vorstrukturierte Versorgungsprogramme an. Diese sollen die Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten verbessern. Doch gelingt dies auch? Dieser Artikel untersucht, wie Versicherte die ärztliche Zusammenarbeit wahrnehmen und ob diese Bewertung durch Teilnahme an der strukturierten Versorgung, durch arztinitiierte beziehungsweise patienteninitiierte Überweisungen oder durch soziodemografische Merkmale beeinflusst wird.

Im Zuge des demographischen Wandels wächst der Anteil chronisch kranker und multimorbider Menschen stetig. Die Behandlung dieser Patienten erfordert in der Regel eine intensive Betreuung durch Ärzte verschiedener Fachrichtungen. Für eine Reihe chronischer Erkrankungen gibt es vorstrukturierte Versorgungsprogramme, durch die Behandlungsverläufe besser koordiniert und strukturiert werden sollen. Von großer Bedeutung sind insbesondere die hausarztzentrierte Versorgung und Disease-Management-Programme. Inwiefern diese Einfluss auf die Wahrnehmung der Patienten hinsichtlich der ärztlichen Zusammenarbeit nehmen, untersucht der Artikel "Zusammenarbeit von Haus- und Fachärzten aus Versichertenperspektive". Auf Grundlage von 16 Bewertungsfragen des Gesundheitsmonitors werden die Ergebnisse von Teilnehmern an einer strukturierten Versorgung mit Nicht-Teilnehmern verglichen. Weiter wird unterschieden, ob die Initiative für die Facharztinanspruchnahme vom Arzt oder vom Patienten ausgeht, wobei eine ärztlich initiierten Überweisung als Zeichen gedeutet wird, dass sowohl der Arzt als auch der Patient ein hohes Interesse an einer guten Zusammenarbeit haben.

Die Ergebnisse zeigen, dass etwa jeder vierte Patient an einem Hausarztmodell oder an einem Disease-Management-Programm teilnimmt. Es zeigt sich, dass der Anteil der arztinitiierten Facharztinanspruchnahme in der vorstrukturierten Versorgung mit 83 % deutlich höher ist als in der nicht strukturierten Versorgung mit 71 %. Generell bewerten Patienten mit arztinitiierten Überweisungen die ärztliche Zusammenarbeit positiver. Auch Patienten in der nicht strukturierten Versorgung stellen der ärztlichen Kommunikation ein besseres Zeugnis aus, wenn die Facharztinanspruchnahme vom Hausarzt initiiert wurde Die höchsten Anteile negativer Beurteilungen werden für Wartezeiten abgegeben, wobei insbesondere das Alter und der Gesundheitszustand bedeutende Einflussfaktoren darstellen.

Ob ein Patient an der strukturierten Versorgung teilnimmt oder nicht, erweist sich in der vorliegenden Analyse von untergeordneter Bedeutung. Die Autoren sehen dennoch Hinweise darauf, dass die Koordination der Behandlung umso besser gelinge, wenn Patienten einen Hausarzt als regelmäßige Anlaufstelle wählen. Deutliche Potenziale für eine Verbesserung der Patienten wahrnehmbaren ärztlichen Kooperationen zeigen sich nach ihrer Meinung im Hinblick auf Wartezeiten im Allgemeinen und auf die älteren Patientengruppen. Sie sind sich sicher, dass den Bedürfnissen älterer Patientengruppen in der ärztlichen Kooperation und Kommunikation offensichtlich noch mehr getragen werden kann. Einen Weg die Verbesserungspotentiale besser auszuschöpfen, bieten Instrumente des Qualitätsmanagement und Patientenorientierung.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Tabelle 1: Fragen der Bewertung

    image Tabelle 1: Fragen der Bewertung
  • Abb. 1: Bewertung von Patienten mit arztinitiierter Überweisung (Facharztinanspruchnahme) nach Art der Versorgung (strukturiert/nicht strukturiert)

    Bewertung von Patienten mit arztinitiierter Überweisung (Facharztinanspruchnahme) nach Art der Versorgung (strukturiert/nicht strukturiert)

    Alle Angaben in Prozent
    Mehrfachnennungen möglich
  • Abb. 2: Bewertung von Patienten mit patienteninitiierten Facharztinanspruchnahme nach Art der Versorgung (strukturiert/nicht strukturiert)

    Bewertung von Patienten mit patienteninitiierter Facharztinanspruchnahme nach Art der Versorgung (strukturiert/nicht strukturiert)

    Alle Angaben in Prozent
    Mehrfachnennungen möglich