gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Welche Auswirkungen hat die Praxisreform auf die Versorgung der Patienten in Deutschland?

Neben der klassischen Einzelpraxis entstehen in Deutschland immer mehr Gemeinschaftspraxen. Während besonders organisatorische und wirtschaftliche Vorzüge für die Gruppenpraxen sprechen, wünschen sich Patienten verstärkt eine intensive Arzt-Patienten-Beziehung. Wie beurteilen die Patienten Vor- und Nachteile verschiedener Praxisformen?

Kooperationsbereite Ärzte können heute in vielfältigen partnerschaftlich organisierten Kooperations- und Praxisformen zusammenarbeiten. Dazu gehören zum Beispiel die Praxisgemeinschaft, die Gemeinschaftspraxis, die Teilgemeinschaftspraxis und Kooperationen innerhalb eines medizinischen Versorgungszentrums. Für die kooperative Organisationsform der Gruppenpraxen sprechen besonders wirtschaftlich-organisatorische Vorteile. Dagegen steht das Modell der Einzelpraxis, der gemeinhin eine intensivere Arzt-Patienten-Beziehung zugesprochen wird.

Der Beitrag "Welche Auswirkungen hat die Praxisform auf die Versorgung der Patienten in Deutschland?" untersucht, wie Versicherte die Unterschiede zwischen Gruppenpraxen und Einzelpraxen wahrnehmen. Welche Praxisform kann den Bedürfnissen der Patienten in der ambulanten Versorgung am besten entsprechen?

Die Auswertung der Befragungsergebnisse macht deutlich: Die Versicherten nehmen die Leistungsangebote und Strukturen von Gruppen- und Einzelpraxen zwar wieder Erwarten nicht systematisch unterschiedlich war, jedoch erkennen sie besonders hinsichtlich der Arzt-Patienten-Beziehung leichte Unterschiede. Wenn auch nur in Ansätzen, scheint die Einzelpraxis die Bedürfnisse der Patienten in der ambulanten Versorgung etwas besser zu bedienen als die Gruppenpraxis. Dies liegt vor allem an der intensiveren Arzt-Patienten-Beziehung. Während für die Einzelpraxis nur 5 Prozent der Befragten angaben, ihr Arzt wisse wenig über ihre Krankheitsgeschichte, sind dies in der Gruppenpraxis immerhin 12 Prozent. Auch bewerten die Patienten den Zugang zur Einzelpraxis hinsichtlich der Wartezeiten im Vergleich zur Gruppenpraxis etwas besser.

Insgesamt sind die Befragten jedoch unabhängig von der Praxisform zu einem großen Teil sehr zufrieden mit ihrem Hausarzt. Bei Einzelpraxen liegt die Zufriedenheit bei 98 Prozent der Befragten, bei Gruppenpraxen bei 96 Prozent. Besserverdiener werden im Vergleich etwas häufiger in Gruppenpraxen versorgt.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb. 1: Praxisformen in Deutschland: In welcher Praxisform ist der Hausarzt tätig?

    Praxisformen in Deutschland - In welcher Praxisform ist der Hausarzt tätig?

    Anteile in Prozent
  • Abb. 4: Wie viel weiß der Hausarzt über Ihre gesundheitliche Entwicklung in den letzten Jahren beziehungsweise Ihre Krankheitsgeschichte?

    Wie viel weiß Ihr Hausarzt über Ihre gesundheitliche Entwicklung in den letzten Jahren bzw. über Ihre Krankengeschichte

    p=0,001
  • Abb. 6: Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit dem Hausarzt und seiner Praxis?

    Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit Ihrem Hausarzt und seiner Praxis

    Alle Angaben in Prozent
    p=0,085