gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Vertrauen in die Gesundheitsversorgung

Das Vertrauen der Versicherten in die Gesundheitsversorgung ist in hohem Maße durch persönliche Erfahrungen in der medizinischen Versorgung geprägt. Daher übernimmt der Hausarzt für das Systemvertrauen der Patienten eine wichtige Rolle. Wie kann das Systemvertrauen der Versicherten durch ärztliches Handeln gestärkt werden?

Der Hausarzt ist in der Regel der erste Ansprechpartner des Patienten im Falle einer Erkrankung. Die Beziehung zwischen Hausarzt und Patient beeinflusst so auch die Einstellung des Patienten zum Gesundheitssystem. Schließlich fußt das Vertrauen zum Gesundheitswesen zu einem großen Teil auf den konkreten Erfahrungen der Patienten in der medizinischen Versorgung.

Der Beitrag "Vertrauen in die Gesundheitsversorgung" überprüft, inwieweit das Verhalten des Hausarztes zum Vertrauen oder Misstrauen hinsichtlich der gesundheitlichen Versorgung in Deutschland beiträgt. Dabei werden besonders Kommunikation und Informationsaustausch, Koordination der Behandlung sowie der Umgang mit Problemen der Ressourcenknappheit in ihrer Bedeutung für das Arzt-Patienten-Verhältnis diskutiert.

Die Auswertung der Befragungsergebnisse zeigt: Eine gelungene Kommunikation zwischen Arzt und Patient kann das Vertrauen in die institutionelle Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens deutlich verbessern. Dies kommt besonders daher, dass Patienten Rückschlüsse aus der konkreten Erfahrung in der medizinischen Versorgung auf einzelne Aspekte der Gesundheitsversorgung im Allgemeinen ziehen. So beeinflusst die Dauer des letzten Behandlungsgespräches zwischen Arzt und Patient das Vertrauen des Versicherten in die Zeitressourcen der Ärzteschaft allgemein. Ähnliches gilt für das Zuhören als wesentliche Kompetenz des Arztes. Hat der behandelnde Arzt beim letzten Beratungsgespräch sehr intensiv zugehört, vertraut mehr als die Hälfte der Befragten darauf, dass den Patienten im Gesundheitswesen insgesamt zugehört wird. Machen die Versicherten stattdessen die Erfahrung, dass ihnen der behandelnde Arzt kaum zuhört, sinkt in der Konsequenz ihr Vertrauen, dass diese wesentliche Kompetenz in der Ärzteschaft allgemein vorliegt. Allein die Zuwendung, die durch ein längeres Arzt-Patienten-Gespräch ausgedrückt wird, kann so vertrauensbildend für das Gesundheitssystem wirken.

Ähnliches gilt für das Informationsverhalten des Arztes. Eine erfolgreiche und vom Patienten als ausreichend empfundene Information baut Vertrauen auf, fördert die Mitarbeit der Patienten und kann so Ineffizienzen vermeiden. Aufklärung, Information und eine funktionierende Koordination der Behandlung zwischen den Leistungsanbietern können so das Systemvertrauen der Versicherten stärken.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb. 1: Beurteilung der Länge des letzten Behandlungsgesprächs mit dem Arzt

    Beurteilung der Länge des letzten Behandlungsgesprächs mit dem Arzt

    p=0,000, n=1500
  • Abb. 3: Vertrauen, dass den Patienten zugehört wird, in Abhängigkeit davon, wie intensiv der Arzt beim letzten Kontakt zugehört hat

    Vertrauen, dass den Patienten zugehört wird, in Abhängigkeit davon, wie intensiv der Arzt beim letzten Kontakt zugehört hat

    Wie intensiv hat der Hausarzt zugehört?
    Angaben in Prozent
    p=0,000, n=2765
  • Abb. 5: Vertrauen , dass Patienten ausreichend Informationen über Ursache ihrer Beschwerde erhalten, in Abhängigkeit davon, ob der Arzt beim letzten Kontakt ausreichend informiert hat und sich für die Information genügend Zeit genommen hat

    1. Vertrauen, dass Patienten ausreichende Information über die Ursache ihrer Beschwerden erhalten, in Abhängigkeit davon ob der Arzt beim letzten Kontakt ausreichend informiert hat und sich für die Information genügend Zeit genommen hat

    Der Arzt hat genügend Informationen über Erkrankung gegeben
    Angaben in Prozent
    p=0,000; n=2842
  • Abb. 5: Vertrauen , dass Patienten ausreichend Informationen über Ursache ihrer Beschwerde erhalten, in Abhängigkeit davon, ob der Arzt beim letzten Kontakt ausreichend informiert hat und sich für die Information genügend Zeit genommen hat

    2. Vertrauen, dass Patienten ausreichende Information über die Ursache ihrer Beschwerden erhalten, in Abhängigkeit davon ob der Arzt beim letzten Kontakt ausreichend informiert hat und sich für die Information genügend Zeit genommen hat

    Der Arzt nahm sich für diese Informationen genügend Zeit
    Angaben in Prozent
    p=0,000; n=2841
  • Abb. 6: Vertrauen, dass Patienten ausreichend über mögliche Behandlungen informiert werden, in Abhängigkeit davon, ob der Arzt beim letzten Kontakt - im Rahmen einer Behandlung - über Vor- und Nachteile der verschiedenen Behandlungen informiert hat

    Vertrauen, dass Patienten ausreichend über mögliche Behandlungen informiert werden, in Abhängigkeit davon, ob der Arzt beim letzten Kontakt – im Rahmen einer Behandlung - über Vor- und Nachteile der verschiedenen Behandlungen informiert hat

    Der Arzt hat über Vor- und Nachteile der verschiedenen Behandlungen informiert
    Angaben in Prozent
    p=0,000, n=3253
  • Abb. 7: Vertrauen, dass die Leistungserbringer gut zusammenarbeiten, in Abhängigkeit davon, ob der Hausarzt die Überweisung deutlich erklärt und der Facharzt ausreichende Informationen über den Patienten hat

    Vertrauen, dass die Leistungsanbieter gut zusammenarbeiten, in Abhängigkeit davon, ob der Hausarzt die Überweisung deutlich erklärt und der Facharzt ausreichende Informationen über den Patienten hat

    Angaben in Prozent
    * p=0,220; ** p=0,000