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Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Versorgung bei ADHS im Übergang zum Erwachsenenalter aus Sicht der Betroffenen

ADHS ist mehr als eine Störung des Kindes- und Jugendalters. Nicht wenige der Betroffenen leiden auch über die Volljährigkeit hinaus an den typischen Symptomen. Doch erhalten junge Erwachsene weiterhin die notwendige therapeutische Versorgung bzw. nehmen sie die Leistungen auch in Anspruch?

Sowohl in den Medien als auch in der Fachöffentlichkeit wird die Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) meist als Kinder- und Jugendkrankheit beschrieben. Aktuelle Studien weisen jedoch darauf hin, dass die Symptomatik auch nach dem Erreichen der Volljährigkeit bei einem Teil der Patienten weiterhin bestehen bleibt. Allerdings endet nach dem Erreichen der Volljährigkeit die Zuständigkeit der kinder- und jugendmedizinischen Versorgung. Reißt an dieser Stelle die Versorgungskette für ADHS-Patienten?

Im Rahmen der Studie „Versorgung bei ADHS im Übergang zum Erwachsenenalter aus Sicht der Betroffenen“ wird die aktuelle Situation junger Erwachsener (18 bis 21 Jahre) untersucht, bei denen vor dem 18. Geburtstag ADHS diagnostiziert wurde. Bei wie vielen bestehen nach wie vor ADHS-typische Symptome und sind darüber hinaus noch weitere psychische Beschwerden aufgetreten? Im Mittelpunkt der Befragung stehen die bisherigen Erfahrungen mit ADHS spezifischen Behandlungsmaßnahmen sowohl vor als auch nach dem Erreichen der Volljährigkeit. In diesem Zusammenhang ist vor allem von Bedeutung, ob bestehende Therapien fortgesetzt werden konnten und wie die Behandlungsübergänge erlebt wurden.

Die Ergebnisse zeigen, dass bei 37 % der Befragten auch im Erwachsenenalter weiterhin ADHS-typische Probleme bestehen bleiben. Die Belastungen, die für die Betroffenen damit einhergehen, zeichnen sich in allen Lebensbereichen ab. Eine angemessene Weiterführung der Behandlung erfolgte nur in wenigen Fällen. So berichtete knapp die Hälfte, dass die medikamentöse Therapie nach dem 18. Geburtstag von dem zuvor behandelnden Arzt abgebrochen wurde. Aber nur in zwölf Prozent der Fälle wurden Patienten direkt in eine Weiterbehandlung vermittelt. Mit 41 % der Befragten wurde über eine Fortführung oder Alternativen zur medikamentösen Therapie gesprochen. Daraufhin einen neuen Therapeuten zu finden, erwies sich als schwierig. So berichteten 36 Prozent der Befragten, dass es nicht einfach sei überhaupt einen Termin bei einem Psychiater oder Therapeuten zu erhalten. Anhand der Auswertung wird deutlich, dass die Versorgungsstrukturen für jugendliche ADHS-Patienten im Übergang zum Erwachsenenalter nur in unzureichendem Maß vorhanden sind. Um einen fließenden Übergang gewährleisten zu können, bedarf es der Entwicklung von Versorgungsnetzen in die sowohl Kinder- und Jugendpsychiatrie als auch Erwachsenenpsychiatrie integriert sind.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb. 2 - Behandlung bis zum Alter von 18 Jahren mit ...

    Behandlung bis zum Alter von 18 Jahren mit …

    n = 466 bis 613
    Angaben in Prozent (Mehrfachangaben möglich)
  • Abb. 5 - Belastung durch ADHS und psychische Probleme

    Belastung durch ADHS und psychische Probleme

    ADHS-typische Probleme: Unaufmerksamkeit, Impulsivität, Unruhe
    n = 623
    Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb. 9 - Behandlung im Übergang Jugend-/Erwachsenenalter

    Behandlung im Übergang Jugend-/Erwachsenenalter. Nachdem ich 18 Jahre alt war, …

    n = 517 bis 567
    Angaben in Prozent (Mehrfachangaben möglich)

Downloads zur Studie

Versorgung bei ADHS im Übergang zum Erwachsenenalter aus Sicht der Betroffenen

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