gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Vergleich zwischen GKV- und PKV-Versicherten: Unterschiede bei Morbidität und gesundheitlicher Versorgung

Der Zugang zur privaten Krankenversicherung bleibt vielen Versicherten verwehrt. Der Beitrag untersucht, ob dadurch für GKV-Versicherte Nachteile in der gesundheitlichen Versorgung entstehen. Unterscheiden sich die Morbidität und die gesundheitliche Versorgung von Privat- und Kassenpatienten?

90 Prozent der Bürger sind gesetzlich versichert, zehn Prozent sind Mitglied einer privaten Krankenversicherung. Über den Versicherungsstand entscheidet auch das Einkommen. Ist dies zu niedrig, ist den Angestellten die Mitgliedschaft in der PKV verwehrt.

Der Beitrag "Vergleich zwischen GKV- und PKV-Versicherten: Unterschiede bei Morbidität und gesundheitlicher Versorgung" liefert Hinweise zur Qualität und Angemessenheit der ambulanten Versorgung in der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung.

Die Ergebnisse der Bevölkerungsumfrage zeigen deutliche Differenzen zwischen GKV- und PKV-Versicherten: Privatversicherte sind im Durschnitt jünger, häufiger männlich und verfügen über ein erheblich höheres Einkommen als gesetzlich Versicherte. Die Unzufriedenheit mit dem Angebot der Gesundheitsversorgung ist bei gesetzlich Versicherten im Vergleich etwas höher: 41 Prozent der GKV-Versicherten und 33 Prozent der PKV-Versicherten waren zum Zeitpunkt der Umfrage nicht mit dem Angebot der Gesundheitsversorgung zufrieden. GKV-Versicherte haben dabei deutlich größere Schwierigkeiten, wenn es um die Zuzahlungen zu Medikamenten geht. Sie geben mehr Geld für rezeptpflichtige und rezeptfreie Medikamente aus und empfinden dies auch eindeutig als finanzielle Belastung. Fast 80 Prozent der GKV-Versicherten gaben an, die Zuzahlungen zu Medikamenten seien zu hoch. Bei den Privatversicherten sind etwa 50 Prozent gleicher Meinung.

Sehr deutlich sind die Unterschiede im Gesundheitszustand: GKV-Versicherte weisen eine erheblich höhere Morbidität auf, gehen dementsprechend häufiger zum Arzt und nehmen öfter Medikamente ein. Dennoch gehen sie nicht häufiger zum Facharzt als PKV-Versicherte. Obwohl die Überweisungsrate vom Haus- zum Facharzt bei gesetzlich Versicherten deutlich höher ist, gehen sie erheblich seltener ohne Überweisung zum Facharzt als Privatversicherte.

GKV- Versicherte sorgen sich stärker um die Zukunft ihrer gesundheitlichen Versorgung. Bis zu 80 Prozent der gesetzlich Versicherten befürchten lange Wartezeiten vor einer Operation. Die Angst im Alter nicht ausreichend medizinisch versorgt zu sein, ist bei gesetzlich Versicherten weitaus stärker ausgeprägt als bei Privatversicherten.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb. 1: Unterschiede im Gesundheitszustand

    Unterschiede im Gesundheitszustand

    * p<0,01
  • Abb. 2: Unterschiede in der ambulanten gesundheitlichen Versorgung

    Unterschiede in der ambulanten gesundheitlichen Versorgung

    * nicht signifikant; ** p<0,01
  • Abb. 3: Unterschiede in der Zufriedenheit mit der gesundheitlichen Versorgung

    Unterschiede in der ambulanten gesundheitlichen Versorgung

    * nicht signifikant; ** p<0,01
  • Abb. 4: Unterschiede in der finanziellen Belastung durch die Eigenbeteiligung

    Unterschiede in der finanziellen Belastung durch die Eigenbeteiligungen

    * p<0,01