gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Qualität in der ambulanten Versorgung

Die Verbesserung der Qualität der Versorgung ist zentraler Diskussionspunkt der Gesundheitspolitik. Der Artikel untersucht das Spannungsfeld zwischen medizinischen Leitlinien und Patientenbedürfnissen an eine zuwendungsorientierte Behandlung. Dabei werden Patientenerfahrungen mit der fachlichen Kompetenz ihres Arztes, seinen kommu­nikativen Fähigkeiten und der Verfügbarkeit ärztlicher Versorgungsleistungen unter zeitlich-organisatorischen Gesichtspunkten untersucht.

Der Hausarzt ist für die Mehrheit der Befragten zentrale Anlaufstelle bei gesundheit­lichen Beschwerden. Er wird im Durchschnitt fünfmal im Jahr aufgesucht; bei Versicherten über 55 Jahren steigt dieser Wert an. Anlass für einen Arztbesuch sind vor allem akute Erkrankungen und Vorsorge. Fast die Hälfte der Befragten hat im letzten Jahr mindestens einmal einen Fach­arzt ohne Überweisung aufgesucht; je höher die soziale Schicht desto häufiger wird dieses Verhalten berichtet. Allgemein wird die Versorgungsqualität als mangelhaft bewertet, dies findet sich jedoch eher nicht in den persönlichen Erfahrungen wieder. Das Kommunikationsverhalten des Hausarztes wird von 80 Prozent der Befragten positiv bewertet, Probleme werden eher beim Informationsverhalten berichtet. Je älter die Patienten, desto zufriedener sind sie mit der Arzt-Patienten-Beziehung. Wartezeiten sind in Deutschland ein untergeordnetes Problem. Haus­besuche wurden von 7 Prozent der Befragten in den vergangenen 12 Monaten in Anspruch ge­nommen. 80 Prozent der Befragten bewerten Hausbesuche als zentralen Bestandteil hausärzt­licher Betreuung. Bei Fachärzten lassen sich andere Patientenerwartungen beobachten. Insge­samt prägen Zeit und Intensität des Gesprächs mit dem Arzt das Gesamturteil stärker als Merk­male des Dienstleistungskomforts. Unzufriedenheit entsteht dann beim Patienten, wenn er seine Sorgen, Ängste und Fragen nicht angemessen klären konnte.

Die medizinisch-fachliche Qualität ihres Arztes können Patienten nur be­dingt beurteilen, wohl aber die kommunikative und informative Kompetenz. Wenn Qualität ärzt­licher Leistungen stärker bewertet werden soll, muss das Urteil der Patienten über die kommuni­kativen Fähigkeiten als wichtiger Indikator mit einbezogen werden.


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Newsletter 02 2002

Qualität in der ambulanten Versorgung - die Sicht der Patienten

Newsletter 02 2002
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