gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Probleme an den Schnittstellen des Versorgungssystems

Schnittstellenprobleme zwischen ambulanter und stationärer Versorgung sowie zwischen haus- und fachärztlicher Versorgung werden immer mehr unter dem Gesichtspunkt der Vergeudung von Ressourcen diskutiert. Die Steigerung der Effizienz von Kommunikation und Koordination wird gefordert. Das tatsächliche Ausmaß von Schnittstellen­problemen ist jedoch weitgehend unbekannt. Es wird anhand der Daten untersucht, welche Schnittstellenprobleme die Patienten wahrnehmen.

Ein Viertel der Befragten ist in den vergangenen 12 Monaten unter der Beteiligung von mehreren Ärzten ambulant behandelt worden. 40 Prozent von ihnen haben dabei die Wieder­holung von Untersuchungen erlebt. Dabei werden vor allem Blutuntersuchungen und Röntgen­untersuchungen genannt. Jeder siebte Betroffene ist der Auffassung, dass die Doppelunter­suchungen nicht notwendig waren. Beim Übergang zwischen ambulanten zu stationärem Sektor ist die Datenlage schwieriger. Jeder sechste Befragte war in den letzten 12 Monaten Patient im Krankenhaus. Drei Viertel davon wurden von einem niedergelassenen Arzt eingewiesen. Nur ein geringer Anteil berichtet, dass Untersuchungen wie Röntgen- oder Blutuntersuchungen im Krankenhaus unnötigerweise wiederholt wurden. Dabei sind die Wiederholungen von Unter­suchungen von Eingriffen möglicherweise erforderlich und wichtig. Dennoch müssen diese Untersuchungen den Patienten ausreichend erklärt werden, damit diese auch die Notwendigkeit der Eingriffe in ihren Körper auch verstehen. Ein schlechter Eindruck der Kommunikation zwischen den behandelnden Ärzten scheint die Grundlage für die von den Patienten geäußerten Zweifel an der Notwendigkeit von Untersuchungen zu sein.

Die Ergebnisse müssen ernüchtern. Im internationalen Vergleich werden Untersuchungen in Deutschland wesentlich häufiger wiederholt und sind damit Indikator für Schnittstellenprobleme zwischen den verschiedenen Leistungserbringern. Technische Kommuni­kationshilfen sind derzeit unzureichend und werden von den Ärzten als bürokratisch empfunden. Der Informationsfluss muss ja nicht allein schneller werden, sondern gezielter. Arbeit sollte vor allem in die Arzt-Patienten-Kommunikation gesteckt werden, in Form von verbesserten Anreizen für das intensive Arzt-Patienten-Gespräch, aber auch eine verbesserte Aus-, Fort- und Weiter­bildung in diesem Bereich.