gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Medikamentenkonsum und Verordnungspraxis – Auswirkungen des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes

Das Gesundheitsmodernisierungsgesetz zum 1.1.2004 bringt viele Änderungen für die Arzneimittelversorgung, die zusammengenommen den Arzneimittel­markt in Bewegung gebracht haben. Der Artikel untersucht, welche Wirkungen und Neben­wirkungen des GMG auf dem Arzneimittelmarkt beobachtet werden können und welche Erfahrungen die Versicherten mit Arzneimitteln machen.

Die Ankündigung der neuen Verordnungs- und Zuzahlungsregelungen hat zu einem Anstieg der Arzneimittelausgaben im November und Dezember 2003 geführt. Ab 2004 sinken die Arzneimittelausgaben. Es ist ein einbruchartiger Rückgang der Verordnungen nicht rezeptpflichtiger Arzneimittel zu beobachten, der mit nicht erwünschten Nebenwirkungen einhergeht. Die Belastung der Patienten durch gestiegene Zuzahlungen ist erheblich. Die Marktregulation funktioniert nur, wenn der Patient als Konsument gestärkt wird. 55 Prozent der Befragten lesen den Beipackzettel sehr genau. Voll verständlich finden 29 Prozent der Befragten die Informationen, 59 Prozent bewerten die Informationen als nützlich. 25 Prozent bewerten die Informationen von Beipackzetteln als verwirrend. 32 Prozent der Befragten bewerten Beipackzettel sogar als beängstigend. 37 Prozent der Befragten geben zu, dass sie ein Medikament nach Lesen des Beipackzettels nicht genommen haben, 35 Prozent haben schon einmal die Einnahme des Medikaments vorzeitig abgebrochen. Nur 28 Prozent dieser Patienten sprechen mit ihrem Arzt sofort darüber. 48 Prozent dieser Patienten bespricht diese Entscheidung nicht mit dem Arzt.

Der Arzneimittelmarkt ist in Bewegung gekommen, allerdings zu dem Preis einer höheren Belastung der Patienten. Auch wenn der Wettbewerb um Qualität nun gefördert wird und neue Vertriebsformen ermöglicht werden, ist die weitere finanzielle Beteiligung der Patienten aber auch anderer Akteure im Gesundheitswesen im Arzneimittelbereich nur eine Frage der Zeit.