gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Impfbereitschaft in Deutschland am Beispiel der Grippe

Die saisonale Grippe trifft jährlich zwischen 5 und 15 Prozent der Weltbevölkerung. Obwohl die Grippeschutzimpfung eine wirksame Prävention bietet, wird sie nur unzureichend nachgefragt. Der Beitrag untersucht die Ursache für die geringen Immunisierungsraten und klärt, welche Maßnahmen die Impfquoten steigern können.

Besonders für ältere Personen, Bewohner von Pflegeheimen und andere Risikogruppen wie chronisch Kranke und Schwangere ist eine Grippeerkrankung nicht nur unangenehm, sondern lebensgefährlich. Folglich empfiehlt die ständige Impfkommission (STIKO) insbesondere Personen ab 60 Jahren eine jährliche Impfung gegen die saisonale Grippe. Bedenklicherweise liegt die jährliche Impfquote jedoch deutlich unter den empfohlenen Impfzielen, obgleich die Wirkstoffe der Grippeschutzimpfung gut verträglich und wirksam sind.

Die Studie "Impfbereitschaft in Deutschland am Beispiel der Grippe" geht den Gründen für die regelmäßig zu niedrigen Immunisierungsraten nach. Was hindert Zugehörige der Risikogruppen daran, sich jährlich gegen die Grippe impfen zu lassen und welche Maßnahmen könnten die Impfbereitschaft steigern? Anhand der Befragungsergebnisse wird analysiert, was die Impfentscheidung der Betroffenen beeinflusst und welche konkreten Maßnahmen die öffentliche Gesundheitspolitik einleiten könnte um die Impfquote zu erhöhen. Exemplarisch wird dies am Beispiel der geringen Immunisierungsraten gegen die Grippe und die Schweinegrippe für die Jahre 2009 und 2010 untersucht.

Die Experten der Studie raten: Eine bessere Informationspolitik und eine Stärkung der Hausärzte können die Impfbereitschaft beträchtlich erhöhen. Denn besonders wichtig für die Impfbereitschaft des Patienten ist das Gefühl, gut über die Schutzimpfung informiert zu sein. Dass heißt,  je mehr ein  Patient über die Vorteile des Impfens weiß, umso wahrscheinlicher fällt seine Impfentscheidung positiv aus. Außerordentlich  wichtig ist daher ein stärkeres Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient. Besonders bei der Risikogruppe der Älteren spielt das Vertrauen in den Rat des Arztes eine wichtige Rolle für die individuelle Impfentscheidung. Um die Glaubwürdigkeit der Hausärzte zu steigern, fordern die Experten der Studie eine einheitlich vertretene Meinung zur Impfung durch die Hausärzte. Um der Bevölkerung die Angst vor Nebenwirkungen und Risiken zu nehmen, sollten Informationen zur Immunisierung leicht verständlich und einheitlich sein. Schlecht auffindbare und uneinheitliche Informationspolitik wie sie bei der Schweinegrippepandemie 2009 zu finden war, verunsichert die Bevölkerung und muss unbedingt vermieden werden.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb. 1 - Immunisierungsquote

    Immunisierungsquoten für die Grippe und die Schweinegrippe nach Altersgruppen

    Anmerkung: Dargestellt sind die Ummunisierungsquoten für die Grippe jeweils in den Jahren 2009 und 2010 und die Schweinegrippe jeweils in den Jahren 2009 und 2010 sowie der Anteil derer, die die jeweilige Impfung in beiden Jahren nachgefragt haben (2009 und 2010), aufgeschlüsselt nach Alter (n = 1.529, 1.529, 1.526, 1.514, 1.519, 1.510).
    Angaben in Prozent der Befragten