gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Gesundheitliche Lage und Leistungen des Gesundheitswesens aus Sicht verschiedener Bevölkerungsgruppen

Gesundheitlichen Ungleichheiten, die das Ergebnis sozio­kultureller und ökonomischer Unterschiede sein können, sollte durch das Gesundheitswesen wirksam begegnet werden. Dieses Thema hat insbesondere durch die Neufassung des §20 SGB V an Bedeutung gewonnen. Es wird untersucht, welche gesundheitlichen Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen auftreten und welche Unterschiede in der Inanspruch­nahme medizinischer Versorgungsleistungen bestehen.

Anders als noch wenigen Jahren beurteilen Frauen ihre Gesundheit nicht mehr schlechter als Männer. Fast die Hälfte der Befragten schätzt sich als gesund bzw. als ohne gesundheitliche Probleme ein. Im höheren Lebensalter sind Frauen weiterhin kränker als Männer. Vor allem in den jüngeren Altersgruppen achten Frauen mehr auf ihre Gesundheit als Männer, vermeiden schädliches Verhalten und tun mehr für ihre Gesundheit. Die höhere Inanspruchnahme von ärztlichen Leistungen der Frauen ist wohl eher im Zusammenhang mit reproduktiver Gesundheit zu sehen. Der soziale Gradient der Gesundheit kann mit den Daten bestätigt werden. Bei chronischen Krankheiten ist er besonders ausgeprägt bei Hypertonie, Diabetes, Rheuma, Gelenk- und Rückenerkrankungen in verschiedenen Altersgruppen. Gesundheitsschädliches Verhalten (Rauchen, mangelnde Bewegung, Übergewicht) tritt eher in den unteren sozialen Schichten auf. Angehörige der unteren sozialen Schicht suchen häufiger den Arzt auf. Die Gruppe der Alleinlebenden ist dann gesundheitlich gefährdeter, wenn auch ein geringes Einkommen vorliegt. Eine höhere Inanspruchnahme der Versorgung kann aber nicht belegt werden.

Geschlechterunterschiede lassen sich weniger in der Morbidität als im gesundheitsförderlichen bzw. gesundheitsschädlichen Verhalten ausmachen. Unterschiede in der Inanspruchnahme haben eher mit den natürlichen Risiken von Frauen zu tun. In den unteren sozialen Schichten liegt ein großes Präventionspotential vor; diese Schichten werden auch in Zukunft größeren Risiken ausgesetzt sein. Alleinlebende ohne soziale Unterstützung scheinen nicht - wie oft befürchtet - gesundheitlich benachteiligt zu sein.