gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Einstellung und Informationsstand zur Früherkennung: Informiert und doch getäuscht?

Viele Versicherte entscheiden sich gegen die Teilnahme an den Gesundheits- und Früherkennungsuntersuchungen der gesetzlichen Krankenkasse. Verbirgt sich hinter dem geringen Zuspruch eine informierte Risiken-Nutzen-Abwägung oder mangelnde Information? Der Beitrag untersucht Einstellung und Kenntnisstand der Bürger zum Thema Früherkennung.

In der gesetzlichen Krankenkasse stehen den Versicherten verschiedene Angebote zur Gesundheitsuntersuchung und zur Krebsfrüherkennung zu. Obgleich das Angebot für die Versicherten kostenlos ist, bleibt die Teilnahmerate in der Bevölkerung niedrig.

Der Beitrag "Einstellungen und Informationsstand zur Früherkennung: Informiert und doch getäuscht?" analysiert die Ursachen für die geringe Akzeptanz von Früherkennungsangeboten bei den Versicherten. Zur Diskussion steht, ob eine ausreichende Aufklärung der Versicherten über das Angebot der Früherkennungsuntersuchungen stattfindet und falls nicht, wie eine solche Aufklärung aussehen könnte. Was halten die Befragten außerdem von Konzepten, die Nichtteilnehmern von Krebsfrüherkennungsuntersuchungen im Falle der Erkrankung mit finanziellen Nachteilen drohen?

Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung ist über das Angebot der Gesundheitsuntersuchung und der Krebsfrüherkennung informiert und schätzt dieses als wertvolles Instrument der Früherkennung ein. Nur eine Minderheit wusste nicht über das Angebot der Krebsfrüherkennung Bescheid. Rund 22 Prozent der Nichtteilnehmer hätten zudem an den Untersuchungen teilgenommen, wenn sie gewusst hätten, dass diese kostenlos sind. Jeder Sechste hegte allerdings Zweifel, ob ihm die Krebsfrüherkennungsuntersuchung tatsächlich nutzen könne und jeder Zehnte äußerte Angst, die Untersuchung könne ihm schaden.

Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass die überaus positive Bevölkerungseinschätzung zum Thema Früherkennung nicht auf einer vollständigen und unverzerrten Information der Bevölkerung basiert. Werden die Befragten mit einer für sie nachvollziehbaren Bilanz zum Nutzen und Risiko von Krebsfrüherkennungsuntersuchungen konfrontiert, fallen die Zustimmungsraten deutlich verhaltener aus. Genauso verhält es sich bei der Frage nach einer zusätzlichen finanziellen Belastung von Krebspatienten, die das Angebot der Früherkennung nicht wahrgenommen haben. Eine große Mehrheit der Patienten geht zunächst davon aus, dass es "im Sinne der Versicherten" sei, diese Krebspatienten finanziell höher zu belasten. Diese Zahl sinkt jedoch auf 14 Prozent, wenn den Versicherten genauer der Nutzen und die Risiken der Früherkennung an einem nachvollziehbaren Beispiel veranschaulicht werden. Zwei Drittel hielten es ohnehin für unsozial, wenn schwer erkrankte Menschen höhere Zuzahlungen leisten müssten. Eine für den Laien nachvollziehbare Aufklärung über den Nutzen, die Nachteile und Risiken der Früherkennung wünschen sich 80 Prozent der Befragten.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb. 3: Wussten Sie Bescheid, ob und wie oft Sie persönlich einen Anspruch eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung haben?

    Wussten Sie Bescheid, ob und wie oft Sie persönlich einen Anspruch für eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung haben?

    Datenbasis: Anspruchsberechtigte (*n=1460; **n=671; n=789)
  • Abb. 4: Wie oft haben Sie bislang die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen durchführen lassen?

    Wie oft haben Sie bislang die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen durchführen lassen?

    Datenbasis: anspruchsberechtigte Befragte (*n=1421; **595; ***n=826)
  • Abb. 6: Wenn Sie in den letzten zwei Jahren solche Untersuchungen nicht durchführen ließen, was waren die Gründe dafür?

    Wenn Sie in den letzten zwei Jahren solche Untersuchungen nicht durchführen ließen, was waren Ihre Gründe dafür?

    Datenbasis: nur Befragte, die eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung seltener und gar nicht durchführen ließen (n=599)
  • Abb. 10: Einstellung zur Annahme eines "neuen" Verfahrens zur Krebsfrüherkennung

    Einstellung zur Annahme eines neuen Verfahrens zur Krebsfrüherkennung

    Datenbasis: alle Befragten (n=1660)
  • Abb. 11: Einstellung zu den Informationen zu einem "neuen" Verfahren zur Krebsfrüherkennung

    Einstellung zu den Informationen zu einem neuen Verfahren zur Krebsfrüherkennung

    Datenbasis: alle Befragten (n=1650)