gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen aus der Sicht der Bevölkerung

In der Koalitionsvereinbarung zwischen CDU/CSU und SPD ist erneut die Verabschiedung eines Präventionsgesetzes vorgesehen. Das Gesetz soll u.a. Vorgaben zur Qualität von Präventionsangeboten machen und die Rolle der Ärzteschaft in der Prävention stärken. Doch welche Rolle spielen für die Bevölkerung Qualitätskriterien wie die Wirksamkeit bestimmter Maßnahmen bei der Nutzung von Präventionsangeboten? Welchen Informationsquellen vertrauen die Bürger und von wem möchten sie beraten werden?

Der Ausbau der Prävention gilt als eine der großen Herausforderungen der Gesundheitspolitik in den nächsten Jahren. In der Beratung zu Präventionsangeboten soll dabei zukünftig stärker die wissenschaftliche Evidenz zur Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen berücksichtigt und Ärzte sollen in ihrer Rolle als Gatekeeper für die Teilnahme an Präventionsmaßnahmen gestärkt werden.

Der Beitrag "Die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen aus der Sicht der Bevölkerung" geht vor diesem Hintergrund der Frage nach, welche subjektiven Vorstellungen in der Bevölkerung zur Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen vorherrschen, aus welchen Quellen Versicherte sich zum Thema Prävention informieren und welche Kriterien für die Entscheidung zur Teilnahme an Präventionsangeboten ausschlaggebend sind.

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass in der Bevölkerung generell ein großes Interesse an der Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen vorhanden ist. Gut 80 Prozent haben sich schon einmal zu diesem Thema informiert. Gefragt danach, welche konkreten Maßnahmen förderlich sind, um gesund zu bleiben, nennen die Befragten vor allem weitverbreitete verhaltenspräventive Angebote zu Ernährung, Bewegung und Entspannung. Mehr als 80 Prozent schätzen diese Angebote als hilfreich zur Gesunderhaltung ein. Aber auch Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen, bestimmte Impfungen, Kneippanwendungen sowie verhältnispräventive Maßnahmen wie die Gurtpflicht werden als wirksam eingestuft.

Als wichtigste Quelle für Informationen zur Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen werden Ärzte genannt. Knapp 60 Prozent der Befragten nutzen die Ärzteschaft intensiv als Informationsquelle und drei Viertel sprechen den Ärzten eine hohe Vertrauenswürdigkeit aus. Auch Apotheken sowie die eigene Erfahrung spielen eine wichtige Rolle als Informationsquellen. Kritischer eingestellt sind die Befragten gegenüber Informationen aus dem Internet. Nur 12 Prozent nutzen Internetforen und nur 5 Prozent sprechen dieser Quelle eine hohe Vertrauenswürdigkeit aus. Fachinformationen im Internet werden etwas besser bewertet - ein Hinweis darauf, dass eine Sensibilisierung der Bevölkerung für die Qualität von Internetinformationen stattgefunden hat.

Auf die Frage, welche Aspekte für die Entscheidung zur Teilnahme an Präventionsmaßnahmen wichtig sind, zeigt sich, dass wissenschaftliche Nachweise zur Wirksamkeit ein relevanter Aspekt der Entscheidungsfindung sind, dass aber eine ärztliche Empfehlung, eventuelle Nebenwirkungen, das subjektive Gefühl "es hilft" und eine leichte Erreichbarkeit von noch mehr Befragten genannt werden.

Ausführliche Informationen über die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen von ihrem Arzt wünschen sich fast die Hälfte der Befragten. Allerdings zeigen sich hier soziodemografische Unterschiede. Vor allem Jüngere und besser Gebildete sowie Personen, die nicht hausärztlich betreut werden, möchten häufiger nicht von einem Arzt informiert werden. Für diese Gruppen sollte auch der Ausbau anderer Informationswege bedacht werden.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abbildungen 1a): Subjektive Präferenzstrukturen - bei der Entscheidung zur Teilnahme an Präventionsmaßnahmen sind "wichtig" oder "sehr wichtig"

    Subjektive Präferenzstrukturen - bei der Entscheidung zur Teilnahme an Präventionsmaßnahmen sind "wichtig" oder "sehr wichtig"

  • Tabelle 1: Subjektive Wirksamkeitsannahmen für ausgewählte Präventi-onsmaßnahmen (in Prozent, gerundet): „Die folgenden Maßnahmen helfen eher viel oder sehr viel, um gesund zu bleiben.“

    image Tabelle 1: Subjektive Wirksamkeitsannahmen für ausgewählte Präventi-onsmaßnahmen (in Prozent, gerundet): „Die folgenden Maßnahmen helfen eher viel oder sehr viel, um gesund zu bleiben.“
  • Tabelle 2: Informationsquellen zur Wirksamkeit von Präventionsmaßnah-men – Nutzung und subjektive Vertrauenswürdigkeit

    image Tabelle 2: Informationsquellen zur Wirksamkeit von Präventionsmaßnah-men – Nutzung und subjektive Vertrauenswürdigkeit