gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Die steigende Popularität alternativer Medizin – Suche nach medizinischen Gurus und Wunderheilern?

Alternative Heilmethoden werden immer populärer. Sie ist weniger Konkurrenz, sondern eher Ergänzung der Schulmedizin. Bisherige Befragungen beschränken sich auf Naturheilmittel und Naturheilverfahren. Im Gesundheitsmonitor wird untersucht, welche Erfahrungen die Versicherten mit Alternativ- und Komplementärmedizin haben und welche Menschen diese besonders in Anspruch nehmen.

Am häufigsten wurden von den Befragten Naturheilmittel und Naturheilverfahren erprobt. Rund ein Viertel hat Erfahrungen mit homöopathischer Medizin, Bewegungs- oder Ernährungstherapie oder Entspannungstechniken gemacht. Etwa die Hälfte der Bevölkerung hat noch nie mit alternativen Heilmethoden Erfahrungen gemacht. Von denjenigen, die in den vergangenen 12 Monaten Alternativmedizin genutzt haben, geben 43 Prozent an, dass die Therapie auf ärztliche Anordnung durchgeführt wurde und von der Krankenkasse finanziert wurde. Die Nachfrage nach Alternativmedizin ist bei Frauen und Menschen mit höherer Bildung größer. Aber auch chronisch Kranke - insbesondere bei chronischer Bronchitis, Allergien, Magen-Darm-Erkrankungen oder psychischen Erkrankungen - nutzen Alternativmedizin 15 bis 20 Prozentpunkte häufiger als der Bevölkerungsdurchschnitt. Die Nutzer von Alternativmedizin haben eine größere präventive Orientierung und sind häufiger an Gesundheitsinformationen interessiert. Die Erprobung alternativer Heilmethoden ist zudem verknüpft mit dem Interesse an Mitbestimmung über die Behandlung: Diejenige, die alternative Heilmethoden intensiv nutzen, befürworten gemeinsame Entscheidungsfindung zu 60 Prozent. Bei den Nicht-Nutzern sind dies nur 44 Prozent. Nutzer der Alternativmedizin haben deutlich häufiger eigene Meinungen zur Therapie und artikulieren diese auch deutlich gegenüber dem Arzt. Sie vermissen insbesondere gute Kommunikation und Information im Arzt-Patienten-Gespräch.

Alternative Heilmethoden sind in der ärztlichen Praxis angekommen, auch wenn sie von bestimmten Gruppen bevorzugt genutzt werden. Diese Patienten zeichnen sich durch aktive Informationssuche und Kommunikation mit dem Arzt aus. Sie wollen etwas für ihre Gesundheit tun. Nicht-ärztlichen Anbietern wird dabei weniger vertraut als ärztlichen Anbietern. Ob Alternativmedizin die Erwartungen der Patienten erfüllen kann, muss noch untersucht werden. Eine bessere Kommunikationsarbeit durch die Ärzte könnte schon viele Patienten auffangen, bevor sie sich auf die Suche nach Alternativen machen. 


Downloads zur Studie

Newsletter 02 2003

Alternative Medizin: eine Bilanz aus Patientensicht

Newsletter 02 2003
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