gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Das Arzt-Patienten-Verhältnis in der ambulanten Versorgung: Unterschiede zwischen GKV- und PKV-Versicherten

Ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis kann den Therapieverlauf eines Patienten entscheidend verbessern. Für ein angemessenes Behandlungsgespräch fehlt in der Praxis jedoch häufig die Zeit. Erleben PKV- und GKV-Versicherte aufgrund ihrer Kassenzugehörigkeit eine unterschiedliche Arzt-Patienten-Beziehung?

Das Arzt-Patienten-Gespräch steht am Beginn jeder Behandlung und ist der wichtigste Faktor für die Zufriedenheit des Patienten. Je aktiver Patienten an Diagnosestellung und Therapieplanung beteiligt sind, desto zufriedener sind sie und desto mehr halten sie sich an die vereinbarte Therapie. In der Praxis der ambulanten Versorgung bleibt dafür jedoch selten genügend Zeit. Die Kassenzugehörigkeit kann die Arzt-Patienten-Beziehung zusätzlich beeinflussen, da ein Arzt bei einem PKV-Patienten für die gleiche Leistung erheblich mehr abrechnen kann.

Der Beitrag "Das Arzt-Patienten-Verhältnis in der ambulanten Versorgung: Unterschiede zwischen GKV- und PKV-Versicherten" untersucht das Arzt-Patienten-Verhältnis in Abhängigkeit der Kassenzugehörigkeit. Ist die Arzt-Patienten-Beziehung bei PKV-Versicherten besser und führt dies zu einer besseren gesundheitlichen Vorsorge und Genesung im Vergleich zu GKV-Patienten?

PKV-Versicherte sind im Durschnitt jünger, besser verdienend und haben einen besseren Gesundheitszustand als gesetzlich Versicherte. Gesetzlich Versicherte sind dagegen kränker, häufiger chronisch krank und müssen mit Nachteilen in der ambulanten Versorgung rechnen: Sie warten sowohl im Vorfeld eines Termins sowie im Wartezimmer länger auf die ärztliche Behandlung und haben kürzere Behandlungsgespräche mit dem Arzt. Außerdem fühlen sich Kassenpatienten schlechter über die Erkrankung und die Therapie informiert und beklagen, zu wenig am medizinischen Entscheidungsprozess teilnehmen zu können.

Die Ergebnisse der Befragung weisen darauf hin, dass die gesundheitliche Versorgung bei den GKV-Versicherten weniger zufriedenstellend ist als bei Privatversicherten, obgleich der Versorgungsbedarf bei gesetzlich Versicherten größer ist. Dies kann negative gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Besonders wichtig für eine Verbesserung des Arzt-Patienten-Verhältnisses erscheint eine stärkere Einbeziehung von GKV-Patienten in medizinische Entscheidungsprozesse. Die gemeinsame Abwägung verschiedener Behandlungsoptionen (Shared-Decision-Making) wird im Arzt-Patienten-Verhältnis von PKV-Versicherten wesentlich besser umgesetzt.