gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Was hindert und was fördert die Teilnahme an Krebsfrüherkennungsuntersuchungen?

Jeder Versicherte entscheidet selbst über die Teilnahme an Krebsfrüherkennungsuntersuchungen. Der Beitrag ermittelt, wovon die Versicherten ihre Entscheidung abhängig machen und welche Maßnahmen die Bürger bei einer informierten und unabhängigen Entscheidung unterstützen können.

Ein Schwerpunkt des Nationalen Krebsplans ist die Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung durch Verbesserung der Informationsangebote über Nutzen und Risiken der Untersuchungen. Versicherte sollen neben der Einladung zu organisierten Programmen auch umfassende und verständliche Informationen über Nutzen und Risiken der jeweiligen Untersuchung erhalten. So sieht es auch das Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz (KFRG) vor.

Für den Beitrag "Was hindert und was fördert die Teilnahme an Krebsfrüherkennungsuntersuchungen?" wurden 930 Frauen und 865 Männer nach ihrem Wissen über Krebsfrüherkennungsuntersuchungen befragt. Dabei wurde erfasst, warum die Befragten an den Untersuchungen teilnehmen und wie sie die Qualität ärztlicher Aufklärung und anderer Informationsquellen beurteilen. Die Ergebnisse der Befragung tragen dazu bei, künftig mit gezielten Maßnahmen die informierte, individuelle Entscheidung der Bürger zur Teilnahme an Krebsfrüherkennungsuntersuchungen zu unterstützen.

Die Auswertung der Befragungsergebnisse zeigt: Die einzelnen Krebsfrüherkennungsprogramme sind bei Männern wie Frauen gut bekannt. Weniger bekannt sind jedoch die möglichen Risiken der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen. Lediglich ein Drittel aller Männer und Frauen waren sich der möglichen Risiken bewusst. Eine informierte Entscheidung im Sinne eines Abwägens von Nutzen und Risiken mit den persönlichen Wertvorstellungen lässt sich unter diesen Vorrausetzungen kaum treffen.

Ein besonders wichtiges Kriterium für die Entscheidung zur Teilnahme an Krebsfrüherkennungsuntersuchungen ist die Arztempfehlung, die besonders bei älteren Befragten ausschlaggebend ist. Beunruhigend ist daher, dass lediglich 46 Prozent der Befragten angaben, nach dem Arztgespräch die Nutzen und Risiken einer Krebsfrüherkennungsuntersuchung zu kennen. Die aus Expertensicht für die Entscheidungsfindung besonders wichtigen statistischen Angaben sind für die Bürger dagegen  von geringerer Bedeutung. Stattdessen wünschen sie sich Angaben zur Beschreibung und zum Ablauf der Untersuchung. Zwar sind Zahlenangaben und statistische Grundlagen bei den Versicherten durchaus gewünscht, jedoch wird eine große Unsicherheit beim Umgang mit diesen Statistiken deutlich. Viele Laien verstehen die Zahlen, können diese aber nur schlecht für die eigene Entscheidung auswerten und nutzen. Mehr als 60 Prozent der Befragten ziehen daher die Beratung durch die Krankenkasse oder die Empfehlung einer vertrauten Person vor. Auch persönliche Erfahrungen im engeren Umfeld beeinflussen die Entscheidung besonders bei Frauen, jüngeren Menschen und Angehörigen der Mittel- und Unterschicht.

Die Befragungsergebnisse zur Krebsfrüherkennungsuntersuchungen zeigen erneut wie wichtig es ist, die Gesundheitskompetenz der Bürger zu verbessern und die Fähigkeit zum Verstehen der Entscheidungsgrundlagen zu fördern. Um möglichst alle Zielgruppen zu erreichen, sollte hiermit bereits in den Schulen begonnen werden.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb. 7. - Bevorzugte Informationsquellen

    Wie hilfreich sind die verschiedenen Informationsmöglichkeiten?

    n = 1.795
    Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb. 5. - Wichtigste Informationsgrundlagen zur Entscheidungsfindung

    Wie wichtig sind Informationsgrundlagen für eine Entscheidungsfindung?

    n = 1.795
    Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb. 4. - Teilnahme an Früherkennungsangeboten: Welche Gründe sind ausschlaggebend?

    »Wie wichtig sind Ihnen die folgenden Gründe, um an einer Krebsfrüherkennungsuntersuchung teilzunehmen?«

    n = 1.795
    Angaben in Prozent der Befragten
  • Abb. 1. - Bevölkerungswissen zur Krebsfrüherkennungsuntersuchung

    Wissenstest »Welche der Aussagen sind aus Ihrer Sicht richtig, welche falsch?«

    n = 1.795
    Angaben in Prozent der Befragten