gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Prävention und Gesundheitsförderung gesamtgesellschaftlich gestalten

Es besteht weitgehend Konsens über die Notwendigkeit eines Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention. In der Vergangenheit sind bislang drei Anläufe für ein Präventionsgesetz gescheitert. Für die laufende Legislaturperiode ist erneut die Verabschiedung vorgesehen. Wie können Impulse und Regelungen, die das Präventionsgesetz vorgibt, an die Bürger gebracht werden? Wie steht Deutschland hinsichtlich der gesundheitsförderlichen Politik im internationalen Vergleich dar?

Das in der Koalitionsvereinbarung zwischen CDU/CSU und SPD geplante Präventionsgesetz soll ab dem Jahr 2016 Maßnahmen in den Bereichen Prävention, Gesundheitsförderung und bei der Früherkennung von Krankheiten regeln. Gefordert wird, diese Bereiche stärker als bisher intersektoral zu konzipieren und umzusetzen – eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Das Interview zum Thema „Prävention und Gesundheitsförderung gesamtgesellschaftlich gestalten“ mit Frau Dr. Ilona Kickbusch unterstreicht die Bedeutung dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe und Herausforderung. Zentral sind dabei die künftige Rolle und Bedeutung der Gesundheitspolitik insgesamt sowie die der Akteure im Gesundheitssystem. 

Das Interview macht deutlich, dass Gesundheitskompetenz auf der einen Seite als Systemkompetenz aufgefasst wird, also als die Kompetenz, das Gesundheitssystem zu verstehen. Zum anderen ist Gesundheitskompetenz aber auch eine politische Kompetenz innerhalb des Themenfeldes Gesundheit. Sowohl die Gesundheitspolitik insgesamt als auch die Rolle und Bedeutung der Akteure im Gesundheitssystem sowie das Verhalten der Krankenversicherten müssen sich dieser neuen Perspektive anpassen. In Zukunft werden viele politische Maßnahmen aus unterschiedlichen Bereichen gesundheitsrelevant und zu einer neuen gesundheitspolitischen Aufgabe des Staates. Dies betrifft alle politischen Ebenen: den Bund, die Länder sowie die Kommunen und Regionen.

Für die Zeit nach dem Präventionsgesetz wird es darum gehen, die Sozialpolitik unter dem Aspekt der Gesundheitspolitik zu stärken, gerade auch unter dem Aspekt der Ungleichheiten und nicht allein unter dem Aspekt der Armut. Die sozialen Determinanten von Gesundheit müssen stärker in den Blickpunkt kommen.

Darüber hinaus obliegt der internationalen Gemeinschaft die gemeinsame Verantwortung für die Gesundheit aller Menschen. Es geht nicht nur um die Gesundheit im eigenen Nationalstaat, sondern um die Gesundheit in allen Ländern – in Europa und im globalen Rahmen.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abbildung 1: Zustimmung zu Instrumenten der Verhältnisprävention (Unter-, Mittel-, Oberschicht)

    Zustimmung zu Instrumenten der Verhältnisprävention (Unter-, Mittel-, Oberschicht)

    Angaben in Prozent der Befragten
    n = 1.566