gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Neue Formen der ambulanten Versorgung: Was wollen die Versicherten? Discrete-Choice-Experiment

Neue Versorgungsmodelle in der ambulanten Versorgung setzen die Akzeptanz der Patienten voraus. Welche Faktoren neuer Versorgungsmodelle sind für die Versicherten wichtig und können zu einer breiteren Akzeptanz und Beteiligung in der Bevölkerung führen?

Um die Akzeptanz der Patienten für neue Versorgungsformen zu erhöhen, ist es sinnvoll die Perspektive der Patienten und Versicherten stärker in die Ausgestaltung neuer Versorgungsmodelle einzubeziehen. Discrete-Choice-Experimente ermöglichen die gleichzeitige Bewertung verschiedener Eigenschaften in Geldeinheiten. Die Präferenzen können anhand der Zahlungsbereitschaften und Kompensationsforderungen der verschiedenen Patientengruppen abgelesen werden.

Der Beitrag "Neue Formen der ambulanten Versorgung: Was wollen die Versicherten? Ein Discrete-Choice-Experiment" erkundet die Präferenzen der Bürger bezüglich neuer Versorgungsangebote. Untersucht wird die Zahlungsbereitschaft für Vorteile (wie beispielsweise Zusatzleistungen) und die Kompensationsforderungen für Einschränkungen (zum Beispiel Verzicht auf die freie Arztwahl). Untersucht wird die durchschnittliche Zahlungsbereitschaft für einzelne Eigenschaften neuer Versorgungsmodelle.

Die Auswertung des Discrete-Choice-Experiments zeigt: Ein Großteil der Befragten hält das Einführen neuer Versorgungsformen für sehr wichtig. Die Bewertung für einzelne Eigenschaften verschiedener Versorgungmodelle fällt dabei sehr heterogen aus. Die berechnete jährliche Zahlungsbereitschaft der Versicherten für die Möglichkeit eine kostenlose Zweitmeinung einzuholen liegt beispielsweise bei 80 Euro. Die Zahlungsbereitschaft für zusätzliche Serviceleistungen beträgt im Durchschnitt 123 Euro jährlich. Den größten Wert hat mit 360 Euro die Beitragsrücktritterstattung bei Nichtinanspruchnahme von Leistungen.

Der Gesundheitszustand hat einen signifikanten Einfluss auf die Bewertung der verschiedenen Versorgungsmodelle. Vor allem chronisch Kranke fordern höhere Kompensationszahlungen als der Rest der Bevölkerung. Für die Akzeptanz einer Ärzteliste müssten chronisch Kranken beispielsweise mit dem Maximalbetrag von 443 Euro jährlich entschädigt werden.

Ein zentrales Ergebnis der Studie sind die großen Unterschiede in den Zahlungsbereitschaften und Kompensationsforderungen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Angesichts dieser heterogenen Präferenzen für verschiedene Vertrags- und Anreizmodelle ist ein breites Angebot von Seiten der Krankenkassen notwendig.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb. 3: Einstellung zur Einführung neuer Versorgungsformen

    Einstellung zur Einführung neuer Versorgungsformen

    „Was halten Sie grundsätzlich von der Einführung neuer Versorgungsformen?“
    n=1003
  • Abb. 4: Einstellung zu gesundheitspolitischen Maßnahmen

    Einstellung zu gesundheitspolitischen Maßnahmen

    Alle Angaben in Prozent
    n=1.003
  • Abb. 7: Zahlungsbereitschaft für ausgewählte Bevölkerungsgruppen (bewertet am durchschnittlichen Individuum der Gruppe)

    Zahlungsbereitschaften für ausgewählte Bevölkerungsgruppen (bewertet am durchschnittlichen Individuum der Gruppe)