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Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Internetapotheken: Versandhandel mit angezogener Handbremse

Seit 2004 können sich in Deutschland ansässige Apotheken als Internetapotheken registrieren lassen. Internetapotheken sind besonders für chronisch Kranke interessant, die ihren Medikamentenbedarf planen können. Während der Preisvorteil für die Versandapotheke spricht, ist die Beratungsleistung beim Medikamentenkauf im Internet zweifelhaft.

Für die Kunden von Versandapotheken ist der Preisvorteil häufig ausschlaggebend für den Medikamentenkauf im Internet. Versandapotheken und Internetapotheken sprechen einen größeren Kundenkreis an und können daher Arzneimittel günstiger einkaufen und anbieten. Besonders für chronisch Kranke ist das Angebot attraktiv, aber auch gesunde Menschen, die sich für Lifestylemedikamente interessieren, nutzen das Angebot des internetbasierten Medikamentenversands.

Der Beitrag "Internetapotheken: Versandhandel mit angezogener Handbremse" untersucht die Haltung der Bevölkerung zum Arzneimittelkauf im Internet. Aus der Perspektive der Versicherten werden die Chancen und Risiken des internetbasierten Versandhandels mit Medikamenten beleuchtet.

Die Befragungsergebnisse zeigen: Eine knappe Mehrheit der Befragten befürwortet den Versand von Arzneimittel durch Internetapotheken. Männer stehen dem Versandhandel mit Medikamenten tendenziell positiver gegenüber als Frauen. Auch das Alter spielt eine bedeutende Rolle. Während die unter Vierzigjährigen das Angebot von Internetapotheken zu zwei Dritteln befürworten, nimmt die Zustimmung mit dem Alter ab und fällt besonders bei den über Sechzigjährigen geringer aus. Dennoch sind es gerade Ältere, die das Angebot der Internetapotheken nutzen.

Zum Zeitpunkt der Umfrage hatten insgesamt 14 Prozent schon einmal Medikamente im Internet bestellt. Davon waren 97 Prozent mit der Leistung der Internetapotheke vollkommen zufrieden. Als ausdrückliche Vorteile des Arzneimittelversandhandels bezeichneten die Kunden die Bequemlichkeit der Bestellung und Lieferung nach Hause sowie der Preisvorteil bei rezeptfreien Medikamenten. Auch die hohe Anonymität stellt für einen Teil der Patienten einen Vorteil dar.

Eher kritisch sind die Ergebnisse zur Beratungsleistung von Internetapotheken zu betrachten. Benötigt ein Patient eine Beratung über Nebenwirkungen und Besonderheiten bei der Einnahme von Präparaten, muss er sich aktiv danach erkundigen und von sich aus die Hotline der Internetapotheke anrufen. Die Hürde zur Informationsbeschaffung ist im Vergleich zur klassischen Apotheke damit größer. Die Zufriedenheit der Versicherten hinsichtlich der Beratung durch Internetapotheken ist durchwachsen. Die Mehrheit der Befragten gab zwar an, die Telefonberatung sei insgesamt kompetent. 39 Prozent bewerteten die erhaltenen Informationen zu Nebenwirkungen und Einnahme jedoch lediglich als befriedigend. Allerdings schnitt die Beratungsleistung der niedergelassenen Apotheke im Urteil der Versicherten nicht wesentlich besser ab.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb. 1: Befürworter des Versandhandels nach Geschlecht und Gesundheitszustand

    Befürworter des Versandhandels nach Geschlecht und Gesundheitszustand

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  • Abb. 4: Einschätzung der Erfahrungen mit der Internetapotheke

    Einschätzung der Erfahrungen mit der Internet-Apotheke