gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Die elektronische Gesundheitskarte - Wissen, Akzeptanz und Erwartungen in der Bevölkerung

Es ist Akzeptanz für die eGK in der Bevölkerung vorhanden. Allerdings braucht es mehr (verständliche) Information und Aufklärung, um wachsende Unsicherheiten abzubauen.

Versicherte möchten selbst bestimmen

Bis zu zehn Prozent mehr Befragte als 2006 möchten im Jahr 2015 gefragt werden, bevor medizinische Informationen teilweise auf ihrer eGK gespeichert werden.

Obwohl sich die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) bis 2015 immer wieder verzögert hat, erhofft sich ein Großteil der Bürger in Deutschland noch immer einen Mehrnutzen daraus. Nur 26 Prozent geben an, dass die eGK die Kosten ihrer Einführung nicht wert ist. Was genau die eGK jedoch kann, welche Daten zum Beispiel gespeichert werden – bei diesen Fragen fühlen sich 62 Prozent der Deutschen zu wenig informiert. Und in dieser Einschätzung liegen sie gar nicht weit weg von der Realität: Nur drei von zehn Befragten wissen zum Beispiel, dass außer Notfall- und Pflichtdaten keine medizinischen Informationen direkt auf der eGK gespeichert werden. Auch bei anderen eGK-Funktionen ist die Unwissen- bzw. Unsicherheit groß: Bis zu 51 Prozent der Befragten haben sich nicht getraut, überhaupt auf diese Fragen zu antworten.

Nur bei Notfalldaten gibt es wenig Bedenken zum Datenschutz
Beim Thema Datenschutz sind die Bürger über die Jahre eindeutig skeptischer geworden. Zum Beispiel hätten 2015 nur noch 18 Prozent der Befragten nichts dagegen, wenn Angaben zu ihren in Anspruch genommenen Leistungen und deren Kosten generell gespeichert würden. Im Jahr 2006 war das noch fast jeder Dritte. Dazu passt, dass heute mehr Bürger als vor zehn Jahren selbst entscheiden möchten, ob und welche der Informationen zu Arzneimitteln, die sie einnehmen, gespeichert werden: 2015 sprechen sich dafür 38 Prozent aus im Vergleich zu 28 Prozent im Jahr 2006. Die einzige Ausnahme bildet das Speichern von Notfalldaten. Zwar ist auch hier die Zustimmung seit 2006 gesunken; trotzdem würden noch immer vier aus fünf Befragten dem Speichern medizinischer Daten für den Notfall zustimmen.

Um das Potenzial der eGK auszuschöpfen, müssen Zweifel beseitigt werden
Damit die eGK in Deutschland langfristig Erfolg hat, braucht es mehr Aufklärungsarbeit über Nutzen und Funktionen der Karte für die Versicherten. Von entscheidender Bedeutung dafür wird laut den Autoren der Studie sein, ob man die große Skepsis der Bürger in Deutschland beim Thema Datensicherheit wird ausräumen oder immerhin mindern können. Erst, wenn die Bürger in Deutschland davon überzeugt sind, dass sie selbst über die Weitergabe ihrer medizinischen Daten bestimmen können, kann man die Möglichkeiten der eGK wirklich nutzen: Die Versorgungsqualität würde verbessert und der Patient könnte sich stärker als bisher am Behandlungsgeschehen beteiligen.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abbildung 3

    Einschätzung der Sicherheit der gespeicherten Daten, auf die mithilfe der eGK zugegriffen werden kann

    Angaben in Prozent der Befragten; n = 1.575
  • Abbildung 4

    Erwartete Eigenschaften und Nutzen der eGK

    Angaben in Prozent der Befragten; n = 1.556
  • Abbildung 5

    Akzeptanz der Speicherung von Daten auf der eGK

    Angaben in Prozent der Befragten; n = 1.547 bis 1.565
  • Abbildung 6

    Akzeptanz des Zugriffs auf gespeicherte Daten der eGK

    Angaben in Prozent der Befragten; n = 1.565 bis 1.569