gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Die elektronische Gesundheitskarte: Neues Werkzeug in der Hand der Versicherten

Experten versprechen sich von der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte effizientere Kommunikationsprozesse und eine Verbesserung der Qualität der medizinischen Versorgung. Was weiß die Bevölkerung von der eGK und wie bewerten die Bürger die Speicherung sensibler Gesundheitsdaten?

Die elektronische Gesundheitskarte wird seit Jahren kontrovers diskutiert und ist mittlerweile in abgespeckter Version beim Versicherten angekommen. Zwar verspricht die elektronische Dokumentation von Gesundheitsdaten einen medizinischen Vorteil für die Patienten. Zugleich weckt die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von medizinischen Daten nicht nur bei den Versicherten die Befürchtung eines Missbrauchs sensibler Patientendaten.

Der Beitrag "Die elektronische Gesundheitskarte: Neues Werkzeug in der Hand der Versicherten" untersucht den Informationsstand der Versicherten im Vorfeld der Einführung der eGK. Vertrauen die Bürger der elektronischen Gesundheitskarte und welche Vorteile erhoffen sie sich?

Die Befragungsergebnisse zeigen eine sehr große Offenheit der Bevölkerung gegenüber der elektronischen Dokumentation von Gesundheitsdaten. Sofern diese auf freiwilliger Basis erfolgt und für den Patienten einsehbar ist. Drei Viertel der Befragten gaben an, sie hätten bereits von der elektronischen Gesundheitskarte gehört. 64 Prozent der Befragten befürworteten die eGK, 16 Prozent lehnten sie ab und die verbleibenden 20 Prozent waren sich unsicher. Bei den einzelnen Funktionen der elektronischen Gesundheitskarte fiel die Zustimmung zum Teil noch höher aus. Die Mehrheit der Befragten befürwortete die generelle Speicherung von Notfalldaten. Auch die Arzneimitteldokumentation stieß auf große Zustimmung, sofern es sich um eine freiwillige Speicherung handelte.

Die Meinung der Bürger zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ist stark vom Gesundheitszustand der Befragten und den einzelnen Funktionsweisen der Karte abhängig. So sprachen sich Befragte, die ihren Gesundheitszustand als schlecht einschätzten, eher für eine Arzneimitteldokumentation aus. Einer generellen Speicherung des elektronischen Arztbriefes stimmte die Hälfte der Befragten zu. Hier waren es allerdings besonders diejenigen mit schlechtem Gesundheitszustand, die eine Speicherung des Arztbriefes ablehnten. Auch bei der elektronischen Patientenakte äußerten sich Personen mit schlechterem Gesundheitszustand überdurchschnittlich ablehnend. Insgesamt 83 Prozent stimmten einer elektronischen Patientenakte jedoch zu, die Hälfte davon unter der Bedingung der Freiwilligkeit. Ihre zur Verfügung gestellten Notfalldaten, Arzneimitteldokumentation und Arztbriefe sieht der Großteil der Befragten bei den Ärzten jedoch in guten Händen.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb. 1: "Haben Sie schon von der elektronischen Gesundheitskarte gehört?"

    Haben Sie schon von der elektronischen Gesundheitskarte gehört?

    p=0,019
  • Abb. 2: "Welche Gesundheitsdaten würden Sie speichern lassen?"

    Welche Gesundheitsdaten würden Sie speichern lassen?

    Alle Angaben in Prozent
  • Abb. 3: Wer soll Zugriff auf die Daten haben?"

    Wer soll Zugriff auf die Daten haben