gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Transparenz in der ambulanten Versorgung: Patienten auf der Suche nach einem "guten Arzt"

Etwa Siebzehntausendmal am Tag stellen sich Bürger in Deutschland die Frage nach dem richtigen Haus- oder Facharzt. Viele Patienten fühlen sich bei der Arztsuche nicht ausreichend informiert. Der Beitrag untersucht, wie die Arztsuche für die Patienten erleichtert werden kann.

Informierte Patienten sind Studien zufolge zufriedener und verursachen weniger Kosten im Versorgungssystem. Besonders bei der Arztsuche im ambulanten Bereich fehlen jedoch verständliche Informationen und sichere Informationsquellen auch zur Behandlungsqualität der Ärzte.

Der Beitrag "Transparenz in der ambulanten Versorgung: Patienten auf der Suche nach einem "guten Arzt" untersucht das Informationsbedürfnis der Versicherten zur Arztsuche. Im Fokus steht, welche Qualitätsmerkmale den Versicherten für die Wahl eines Arztes ausschlaggebend sind und welche Informationsquellen zur Qualitätssicherung den Patienten helfen können.

Die Mehrheit der Bürger vertraut bei der Arztsuche auf den Rat von Freunden und Familienangehörigen. In 80 Prozent der Fälle suchen Patienten einen neuen Arzt aus, der ihnen zuvor aus ihrem sozialen Umfeld empfohlen wurde. Auch bei der Facharztsuche steht die Empfehlung aus dem Bekannten- und Familienkreis an erster Stelle, auch wenn die Suchenden hier auch verstärkt ihren behandelnden Hausarzt befragen. Die Nachfrage bei Patientenberatungsstellen, Krankenkassen oder die Suche im Internet spielten zum Zeitpunkt der Erhebung kaum eine Rolle.

Die Versicherten sind sich der Qualitätsunterschiede in der ambulanten Versorgung durchaus bewusst und sind zugleich mit dem verfügbaren Informationsangebot zur Auswahl eines Arztes unzufrieden. Etwa jede vierte Suche erfolgt aus Unzufriedenheit mit einem Behandlungsverlauf und einem daraus motivierten Arztwechsel. Knapp zwei Drittel der Befragten findet relativ problemlos einen neuen Arzt. Jeder Vierte bezeichnet die Suche jedoch als zeitaufwendig und schwierig. Für zehn Prozent bleibt die Suche gar erfolglos. Knapp dreiviertel der Befragten bemängelt das Informationsangebot zu den fachlichen Qualitäten von Ärzten. Wie gut oder schlecht ein Versicherter das verfügbare Informationsangebot zur Arztsuche bewertet, steht im engen Zusammenhang mit den subjektiven Erfahrungen im Versorgungssystem: Wer Negativerfahrungen im Versorgungssystem gemacht hat, äußert häufiger Kritik am verfügbaren Informationsangebot und hat zudem ein gesteigertes Interesse an Arzt-Informationen.

Für objektive Informationen über die fachliche Qualität von Ärzten vertrauen die Bürger besonders auf Verbraucherschutzeinrichtungen. Es folgen Krankenkassen, Ärzteverbände und Patientenberatungsstellen. Als besonders hilfreich für die Arztsuche schätzen die Befragten außerdem Ärzteverzeichnisse mit detaillierten Informationen zu Tätigkeitsschwerpunkten und Spezialisierungen ein. Jüngere Befragte haben zudem großes Interesse an qualitätsorientierten Informationen, wie zum Beispiel eine Zusammenfassung von Patientenurteilen oder ärztlichen Behandlungsfehlern.