gesundheitsmonitor
Das Gesundheitssystem aus Sicht der Bürger

Auf der Suche nach der Zielgruppe - Das Informationsverhalten hinsichtlich Gesundheit und Krankheit als Grundlage erfolgreicher Gesundheitskommunikation

Das Interesse an Gesundheitsinformationen in der Bevölkerung ist groß. Dabei sucht nicht jeder Versicherte die gleichen Informationen auf die gleiche Weise. Wie könnte eine zielgruppengerechte Gesundheitskommunikation aussehen?

Immer mehr Menschen suchen aktiv nach Gesundheitsinformationen. Auch das Interesse der Medien an Gesundheitsthemen ist groß und liegt in einigen Studien sogar vor den Themen Politik oder Beruf. Dieser Trend schlägt sich auch im Gesundheitsverhalten der Menschen nieder, etwa in steigenden Ausgaben für den Verbrauch von Gesundheitspflegeprodukten, Wellnessangeboten, Medikamenten und anderen Pharmaprodukten.

Der Beitrag "Auf der Suche nach der Zielgruppe - Das Informationsverhalten hinsichtlich Gesundheit und Krankheit als Grundlage erfolgreicher Gesundheitskommunikation" skizziert unterschiedliche Zielgruppen der Gesundheitskommunikation. Zudem signalisiert das Gesundheitsinformationsverhalten der Bevölkerung, zu welchen Gesundheitsthemen sich die Bürger mehr Informationen wünschen.

Das Ergebnis der Umfrage zeigt: 85 Prozent der Befragten suchen gezielt nach Gesundheitsinformationen. 48 Prozent bezeichnen das eigene Interesse an Gesundheitsthemen in den Medien als groß oder sehr groß, während 43 Prozent immerhin mittelmäßiges Interesse äußern. Suchende nutzen meist unterschiedliche Informationsquellen parallel und ergänzend: Gesundheitsbewusste Personen informieren sich über Artikel in Zeitungen, Zeitschriften und über das Internet. Weniger gesundheitsorientierte Menschen informieren sich häufiger über passive Informationsquellen wie Fernsehen und Radio.

Die größte Gruppe der Informationsnutzer stellen mit 28 Prozent der Bevölkerung die "wellnessorientierten Medienkonsumenten". Für sie stehen Wohlbefinden und gesunde Lebensweise im Vordergrund des Interesses. Allgemeine Massenmedien und Gesundheitszeitschriften werden von dieser Gruppe am häufigsten genutzt. Die "wenig interessierten Gelegenheitsnutzer" machen mit 26 Prozent der Bevölkerung die zweitstärkste Gruppe aus. Ihr Interesse an Gesundheitsinformationen ist unterdurchschnittlich ausgeprägt. Das Informationsbedürfnis der "autarken Krankheitsexperten" (13 Prozent der Bevölkerung) erwächst einem Streben nach Unabhängigkeit vom Gesundheitswesen und den Akteuren im Gesundheitssystem. Ähnlich stark ausgeprägt ist das Informationsbedürfnis der "kommunikativen Co-Therapeuten", die 16 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Während sich die Autarken jedoch vorwiegend in Fachmedien informieren, vertrauen die "Co-Therapeuten" auf die Gesundheitsexperten. Ihr Ziel ist die Steigerung der eigenen Gesundheitskompetenz, um diese bei der medizinischen Versorgung einbringen zu können.

Je schlechter das eigene Befinden, desto großer ist das Interesse an Gesundheitsinformationen und desto intensiver erfolgt die Suche. Bei Älteren ist das Interesse an Gesundheitsthemen entsprechend groß. Der Bedarf der Bevölkerung an Informationen über Volkskrankheiten und akute Infektionskrankheiten scheint gedeckt. Besonders hoch war stattdessen das zusätzliche Interesse der Befragten an übergreifenden Informationen über Gesundheit und Krankheit und einer gesunden Lebensweise. Informationen über Präventionsangebote, Ernährung und Diäten sowie alternative Heilmethoden sind ebenfalls gewünscht.

Zahlen und Daten zur Studie

  • Abb. 1: Wichtigste Quellen, in denen Gesundheitsinformationen gesucht werden

    Wichtigste Quellen, in denen Gesundheitsinformationen gesucht werden

  • Abb. 2: Wichtigste Themen, zu denen Informationen gesucht werden

    Wichtigste Themen, zu denen Informationen gesucht werden

  • Abb. 5: Anteile der Informationstypen an der Bevölkerung in Prozent

    Anteile der Informationstypen in der Bevölkerung